Kanton Zürich

Mehr Schutz für religiöse Minderheiten

Der Kanton Zürich will jüdische und muslimische Gemeinschaften besser vor extremistischen Angriffen schützen. Unter anderem gibt es Geld für Sicherheitspersonal und Überwachungskameras.

Religiöse Minderheiten sollen im Kanton Zürich mehr Geld für die eigene Sicherheit erhalten. Unter anderem sollen jüdische und islamische Gemeinschaften finanziell unterstützt werden, wenn sie Überwachungskameras installieren, einen Sicherheitsverantwortlichen einsetzen oder ein Krisenmanagement aufbauen. Eine entsprechende Verordnung hat der Regierungsrat erlassen, wie es in einer Mitteilung vom 1. Juli heisst.

Die Verordnung regelt die Unterstützung von Kanton und Gemeinden «zugunsten von Organisationen, die Massnahmen durchführen, um Minderheiten mit besonderen Schutzbedürfnissen vor terroristischen oder gewalttätig-extremistischen Aktivitäten zu schützen», heisst es darin.

Bislang elf jüdische Organisationen unterstützt

Seit 2020 unterstützt der Bund bauliche Sicherheitsmassnahmen wie Eingangssicherungen, Überwachungskameras und Alarmanlagen jährlich mit insgesamt 500'000 Franken. Der Kanton Zürich zog mit und beteiligte sich bei Vorhaben auf Zürcher Boden jeweils mit einem Beitrag, dessen Höhe demjenigen des Bundes entsprach.

Die Zürcher Sicherheitsdirektion richtete – in Ergänzung zu den Finanzhilfen des Bundes – bislang an elf jüdische Organisationen für Sicherheitsprojekte rund 400'000 Franken aus. Die Standortgemeinden Zürich und Winterthur beteiligten sich jeweils im selben Umfang.

Von 2023 bis 2027 erhöht der Bund seine verfügbaren Finanzhilfen auf insgesamt 2,5 Millionen Franken pro Jahr, wie er diesen April beschlossen hat. Danach will er jährlich 2 Millionen bereitstellen.

Ausgaben unter einer Million Franken

Neben baulichen Massnahmen unterstützt der Bund dann neu auch Sicherheitskonzepte; so soll es künftig auch möglich sein, dass er laufende Kosten für Sicherheitspersonal übernimmt. Diese trägt der Kanton Zürich mit: «Religiöse Minderheiten sollen im Kanton Zürich angstfrei leben können», wird Sicherheitsdirektor Mario Fehr in der Mitteilung zitiert.

Wie viel Geld der Kanton aufwerfen wird, ist abhängig von der Anzahl der gestellten Gesuche und der vom Bund gewährten Finanzhilfen, die Einrichtungen in Zürich betreffen. Der Regierungsrat geht davon aus, dass die jährlichen Ausgaben weniger als eine Million Franken betragen werden. (sda/no)