Evangelische Frauen wählen neue Präsidentin

Die Theologin Gabriela Allemann steht ab Juni den Evangelischen Frauen Schweiz vor. Sie tritt damit die Nachfolge von Dorothea Forster an.


Einstimmig wählten die Delegierten der Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) am Samstag, 11. Mai, Gabriela Allemann zu ihrer neuen Präsidentin. Die 40-jährige Theologin wird das Amt per Juni 2019 übernehmen.

Allemann war bereits während ihres Studiums bei einem Mitgliedverband der EFS, der IG Feministische Theologie, aktiv. In einer Mitteilung schreibt sie, das Amt der EFS-Präsidentin vereine viel vom dem, was sie antreibe: «Ich bin Frau, ich bin evangelische Christin und ich bin überzeugt, dass das Evangelium in sich politisch ist und in die Gesellschaft hineinwirken will.» Dies mit dem Ziel, «dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, von Hautfarbe, Nationalität oder Finanzkraft, nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen leben und sich entfalten können.»

Allemann hat in Bern Theologie studiert und arbeitete zehn Jahre als Pfarrerin in Münsingen im Kanton Bern. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Olten, Solothurn. Sie ist Co-Präsidentin der Fachkommission Kind und Familie der Reformierten Kirchen BernJuraSolothurn.

Pointierte Präsidentin

Die bisherige Präsidentin der EFS, Dorothea Forster, wurde an der Delegiertenversammlung verabschiedet. Während sechs Jahren hatte sie die EFS in der Öffentlichkeit vertreten und war dabei auch vor pointierten Aussagen nicht zurückgeschreckt. Als beispielsweise der Ständerat eine Vorlage zur Lohngleichheit im vergangenen Frühling zurückwies, sagte sie gegenüber von ref.ch: «Dass immer noch Männer mit dem Argument kommen, dass die Statistiken zur Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen falsch seien, ist haarsträubend.» Am liebsten hätte sie ein Buh in den Saal gerufen, sagte Forster.

Die EFS sind der Dachverband der reformierten sowie von ökumenischen Frauenverbänden und Einzelmitgliedern. Sie vertreten laut eigenen Angaben die Interessen von rund 37’000 Frauen. (vbu)