Kolonialismus

EU-Staaten anerkennen Leid durch Sklaverei

Am Gipfel mit der Gemeinschaft der karibischen und lateinamerikanischen Staaten haben die EU-Staaten ihr Bedauern für das Leid ausgedrückt, das sie durch den Sklavenhandel verursacht haben. Hoffnung auf allfällige Reparationen machten sie aber nicht.

Die Sklaverei und der Sklavenhandel seien «schreckliche Tragödien in der Geschichte der Menschheit», hiess es in der Abschlusserklärung des dritten Gipfels der EU mit der Gemeinschaft der karibischen und lateinamerikanischen Staaten. Die EU-Staaten bedauerten das unsägliche Leid, das Millionen Menschen durch den transatlantischen Sklavenhandel zugefügt worden sei. Entschädigungszahlungen an die mittel- und südamerikanischen Staaten wurden allerdings nicht vereinbart.

Die Karibik stand ab dem 16. Jahrhundert rund 300 Jahre lang im Mittelpunkt des transatlantischen Sklavenhandels. Versklavte Afrikaner und ihre Nachfahren leisteten in den Kolonien europäischer Mächte brutale Zwangsarbeit und bauten auf Plantagen etwa Zuckerrohr an. Die Nachkommen dieser Menschen machen zu einem grossen Teil die Bevölkerungen der heutigen Karibikstaaten aus.

Die Reparationskommission der karibischen Staatengemeinschaft Caricom fordert von europäischen Ländern als Wiedergutmachung für die Sklaverei neben einer Entschuldigung unter anderem auch Schuldenerlass, Entwicklungsprogramme und Wiederansiedlung. Bisher hat sich keine ehemalige Kolonialmacht dazu bereit erklärt. (sda/ pef)