Griechenland

EU fordert Untersuchung von illegalen Abschiebungen

Griechenland soll Asylbewerber, darunter auch kleine Kinder, auf einem Floss im Mittelmeer ausgesetzt haben. Die EU will eine rasche Aufklärung des Vorfalls.

Die EU fordert Griechenland zur Untersuchung von möglicherweise illegalen Abschiebungen auf. Die «New York Times» hatte am Freitag Videoaufnahmen veröffentlicht, die zeigen sollen, wie Asylbewerber, darunter kleine Kinder, von der griechischen Küstenwache zusammengetrieben, auf das Meer gebracht und auf einem Floss ausgesetzt werden. «Wir haben die griechischen Behörden aufgefordert, diesen Vorfall vollständig und unabhängig zu untersuchen», erklärte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Montag auf Twitter.

Die EU könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausschliessen, dass EU-Gelder für die illegale Abschiebung benutzt wurden, erklärte eine Sprecherin am Montag. Im Artikel der «New York Times» hiess es, dass das Floss, mit dem die Migranten auf das offene Meer gebracht und ausgesetzt wurden, durch EU-Mittel finanziert sei.

Erst im Anschluss an die Untersuchung des Vofalls durch die griechischen Behörden könne die EU Sanktionen gegen Griechenland ergreifen, sagte die Kommissionsprecherin. Griechenland stand wegen ähnlicher Vorfälle und sogenannter Pushbacks immer wieder in der Kritik. Als Pushbacks werden illegale Zurückweisungen an der Grenze bezeichnet, ohne den Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Asylantrag zu stellen. (epd/ bat)