Deutschland

Erste lutherische Bischöfin weltweit wird 80

Fortschrittlich, dem Feminismus zugewandt du nahe an der Basis: Das hat für Maria Jepsen gegolten, die vor über dreissig Jahren zur ersten lutherischen Bischöfin der Welt gewählt wurde.


Die ehemalige Hamburger Bischöfin Maria Jepsen feiert am 19. Januar ihren 80. Geburtstag. Am 4. April 1992 wurde sie im Hamburger Michel zur ersten evangelisch-lutherischen Bischöfin weltweit gewählt und schrieb damit Kirchengeschichte. Jepsen galt in ihrer Amtszeit als fortschrittliche, dem Feminismus zugewandte Theologin. Als Bischöfin pflegte sie die Nähe zur kirchlichen Basis. Zentrale Themen waren für sie der ökumenische und der interreligiöse Dialog.

«Ich verstehe meine Wahl als Ermutigung für alle Frauen und Männer, aus patriarchalischen Strukturen auszubrechen und Kirche insgesamt offener zu gestalten», hatte Jepsen nach ihrer Wahl gesagt. Schon ein Jahr später formulierte die damalige Nordelbische Kirche ihre Verfassung in frauengerechter Sprache.

Im Juli 2010 trat sie überraschend von ihrem Amt zurück. Anlass waren die Anfang 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsfälle in der Hamburger Umlandgemeinde Ahrensburg. Sie wolle «Schaden abwenden» von Kirche und Bischofsamt, sagte sie damals und zog mit ihrem Ehemann Peter von Hamburg nach Husum. Schrittweise zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Interviewanfragen zu ihrem runden Geburtstag lehnte sie ab. (epd/ dst)

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