Deutschland

Ralf Meister bleibt Leitender Bischof der Lutheraner

An der Jahrestagung der deutschen Protestanten in Würzburg haben die Lutheraner den Leitenden Bischof gewählt. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister ist damit für weitere drei Jahre im Amt.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, hat an der Generalsynode in Würzburg gewarnt: «Ressentiments sind oft die Ursache dafür, dass Menschen Lügen von Populisten etwa über Migranten und Geflüchtete in ihr Weltbild integrieren». Der 62-Jährige wurde von den Delegierten in seinem Leitungsamt bestätigt. Seine Stellvertreterin bleibt die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt.

«Eine Demokratie, die von der gleichen Menschenwürde für alle ausgeht, sie aber nie realisiert, ist empfindlich für Ressentiments», sagte Meister. In einer Demokratie pralle die normative Gleichwertigkeit auf die faktische Ungleichheit. Es falle auch in der deutschen Gesellschaft nicht schwer, Menschen zu finden, die sich Jahrzehnte benachteiligt und enttäuscht von unerfüllten Versprechen sähen.

Meister äusserte sich auch zu der im Januar veröffentlichten evangelischen Missbrauchsstudie. Der hannoversche Bischof sagte, sexualisierte Gewalt sei und bleibe zentrales Thema in den Kirchen.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands ist ein Zusammenschluss aus sieben Landeskirchen, zu denen mehr als 7,5 Millionen Gläubige in Deutschland gehören. Der Leitende Bischof ist der erste Geistliche der VELKD. Er führt den Vorsitz in der Kirchenleitung und in der Bischofskonferenz und vertritt die VELKD nach aussen. (epd/ dst)