Erdbeben in Venezuela

Über 6000 Tote und 30’000 Vermisste

Mehr als ein Monat nach dem verheerenden Doppelerdbeben steigt die Zahl der Opfer weiter. Die Regierung bemüht sich derweil zu zeigen, dass der Wiederaufbau anläuft.

In Venezuela hat die Regierung die Zahl der Todesopfer durch das Erdbeben von Ende Juni nach oben korrigiert. Mittlerweile seien 6125 Tote registriert worden, erklärte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez. Angaben über die Zahl der weiter vermissten Menschen machten die Behörden nicht. Laut der unabhängigen Plattform «Desaparecidos Terremoto Venezuela» fehlt von knapp 30’000 Menschen jede Spur.

Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez übergab knapp 90 Wohnungen an Opfer des Erdbebens in der Hauptstadt Caracas. Insgesamt 4000 Wohnungen sollen es bis Ende des Jahres sein, sagte sie nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur AVN. Bislang wurden nach Regierungsangaben knapp 290 Wohneinheiten für Opfer bereitgestellt.

Anwohner in einer Erdbebenregion kritisierten laut der oppositionellen Zeitung «El Pitazo», die Regierung versuche mit der schnellen Räumung von Trümmern, Mängel in den eingestürzten Bauten zu verheimlichen. Nach unabhängigen Medienberichten waren zahlreiche Gebäude nicht ausreichend erdbebensicher.

Am 24. Juni wurde Venezuela von zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Bereits davor herrschte in dem südamerikanischen Land eine massive humanitäre Krise. Die Regierung hat nach dem Erdbeben neue Gespräche mit der Opposition angekündigt. Wegen der autoritären Führung des Landes und seinem offiziell sozialistischen Kurs, war das Land lange Zeit international isoliert. (epd/ dst)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema