Engagement gegen Rassismus mit 50’000 Franken belohnt

Die GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus hat eine junge Frau und einen emeritierten Professor der Universität Bern mit je 25'000 Franken geehrt. Beide haben sich für Minderheiten und Menschenrechte stark gemacht.


Am Abend des 4. Juli 2015 wurde die heute 28-jährige Iluska Grass Zeugin eines Vorfalls zwischen einem orthodoxen Juden und einer Gruppe rechtsradikaler Männer. Als diese den Juden angriffen, stellte sich die Grafikerin und Studentin mutig zwischen Opfer und Täter, wie die GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus am 6. September mitteilte.

«Ihr vorbildliches und selbstloses Verhalten in einer gefährlichen Situation setzt ein starkes Zeichen zur Rolle des Einzelnen in einer funktionierenden Gesellschaft», schreibt die Stiftung. Darum erhält Grass den mit 25’000 Franken dotierten Nanny-und-Erich-Fischhofpreis.

Einsatz für Menschenrechte

Die zweite Anerkennung geht an Walter Kälin, emeritierter Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Bern. Kälin hatte als Forschungsschwerpunkt unter anderem das Thema internationalen Menschenrechtsschutz. Er war als Experte für Bund und Kantone, internationale Organisationen sowie NGOs tätig.

Als erster Schweizer wurde er als unabhängiger Experte in den Menschenrechtsausschuss der Uno gewählt. Zwischen 2011 und 2015 leitete er das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR) in Bern und vertritt heute als Gesandter der Präsidentschaft die intergouvernementale Plattform für Katastrophenvertreibung mit Sitz in Genf. Die Stiftung würdigt mit der Auszeichnung Kälins langjähriges Schaffen.

Der Preis wird von der GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus sowie der GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz zum 14. Mal vergeben. Er geht jeweils an Personen oder Institutionen, die sich für die Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus stark machen. (sda/bat)