Zehn «unbekannte» Katastrophen des vergangenen Jahres

Die Hilfsorganisation Care hat ein Ranking von zehn humanitären Krisen erstellt. Von diesen Krisen waren 2017 zwar Millionen Menschen betroffen, darüber berichtet wurde jedoch wenig. Mit Ausnahme von Nordkorea, Vietnam und Peru liegen die betroffenen Staaten beziehungsweise Regionen in Afrika.


1. Nordkorea

Laut Schätzungen der Uno waren im vergangenen Jahr 18 Millionen Menschen – das sind 70 Prozent der Bevölkerung – auf Nahrungsmittelhilfe durch die Regierung angewiesen.

2. Eritrea

In dem isolierten ostafrikanischen Staat leiden mehr als 700’000 Menschen unter Nahrungsmittelmangel und Wasserknappheit. Ursache ist eine andauernde Dürre. Hilfsorganisationen und Journalisten haben kaum Zugang zu dem Land.

3. Burundi

Nach mehreren Jahren politischer Unruhen und Kritik wegen Verletzungen der Menschenrechte gibt es in dem ostafrikanischen Land 200’000 Binnenflüchtlinge. 400’000 Menschen sind über die Grenzen geflohen. 2,6 Millionen Menschen sind von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Eine Malaria-Epidemie hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2017 fast 2900 Todesopfer gefordert, mehr als 6,6 Millionen Menschen sind erkrankt.

4. Sudan

Nach 13 Jahren Krieg, Trockenheit, Flutkatastrophen und Hunger leben in dem nordostafrikanischen Staat fünf Millionen Menschen am Existenzminimum. Ende 2017 waren mehr als zwei Millionen Kinder von Hunger betroffen. Der Sudan beherbergt fast eine halbe Million Flüchtlinge aus dem Südsudan. Dazu kommen 2,3 Millionen sudanesische Binnenflüchtlinge.

5. Demokratische Republik Kongo

In dem afrikanischen Riesenstaat, seit Jahrzehnten Schauplatz von Gewalt, wurden 2017 mehr als 1,7 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Statistisch gesehen waren das über 5500 Menschen pro Tag. An die zwei Millionen Kinder sind unterernährt. Die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, hat sich im vergangenen Jahr auf acht Millionen verdoppelt und wird vermutlich weiter steigen. Care spricht von einem «stillen humanitären Tsunami».

6. Mali

Seit der Eskalation bewaffneter Konflikte im Norden Malis sind zwar fünf Jahre vergangen. Tausende Menschen haben aber 2017 vor neuerlichen Zusammenstössen flüchten müssen. Die UNO befürchtet, dass heuer bis zu vier Millionen Menschen – fast ein Viertel der Bevölkerung – von Nahrungsmittelmangel betroffen sein werden.

7. Vietnam

Der Taifun «Doksuri» hat in dem ostasiatischen Staat schwerste Schäden an der Infrastruktur und in der Landwirtschaft angerichtet. 14 Menschen sind aufgrund des Sturm umgekommen. Sie sind entweder in plötzlich entstehenden Fluten ertrunken, bei Erdrutschen begraben oder durch herabfallende Gegenstände getötet worden. 30’000 Menschen mussten Häuser verlassen. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometer pro Stunde gemessen.

8. Das Tschadbecken

Die acht Jahre andauernden Aktivitäten der islamistischen Terrormiliz Boko Haram bedrohen Leben und Sicherheit von elf Millionen Menschen in Kamerun, im Tschad, im Niger und in Nigeria. Die Zahl der Vertriebenen hat sich binnen zweier Jahre auf 2,4 Millionen verdreifacht. Der Nahrungsmittelmangel hat ein kritisches Ausmass erreicht. Sieben Millionen Menschen sind akut mangelernährt.

9. Zentralafrikanische Republik

2,5 Millionen Menschen und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe. Bewaffnete Konflikte haben sich seit Anfang 2017 verstärkt, 70 Prozent des Landes werden von bewaffneten Gruppierungen kontrolliert. Mit Stand September waren 1,1 Millionen Menschen geflüchtet – so viele wie nie zuvor.

10. Peru

Überflutungen in den Küstenregionen im Norden des südamerikanischen Landes haben mehr als 150 Menschen das Leben gekostet und drei Milliarden US-Dollar Schäden verursacht. 210’000 Wohnungen beziehungsweise. Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. 260 Brücken wurden von den Fluten mitgerissen und 3000 Kilometer Strassen zerstört. (sda/bat)