Appell von Hilfsbündnis: Winter verschärft Not in Syrien

Das Bündnis «Entwicklung Hilft» hat in einem dringlichen Appell zur Unterstützung der Opfer des Bürgerkriegs in Syrien aufgerufen. Immer mehr Orte seien eingekesselt. Die Staaten müssten den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen, damit zumindest humanitäre Hilfe möglich sei.


Zu Hunger und Leid komme nun noch der Wintereinbruch, heisst es in dem am 16. Dezember in Berlin veröffentlichten Aufruf. Die Vereinten Nationen baten um 6,5 Milliarden US-Dollar für die Syrien-Hilfe, wie der evangelische Pressedienst epd mitteilte. Es sei die bisher grösste Summe, die UN-Hilfswerke für eine humanitäre Katastrophe von der Staatengemeinschaft erbitten. Zum Jahresende zeichne sich ab, dass drei Viertel der syrischen Bevölkerung auf Hilfe angewiesen sei, sagte laut epd die UN-Nothilfe-Koordinatorin Valerie Amos in Genf.

Auch 36 private und kirchliche Hilfswerke forderten die Staatengemeinschaft dringend zu einer Aufstockung der Syrien-Hilfe auf, schrieb epd weiter. Der Wintereinbruch habe die Not der Menschen in Syrien und der Flüchtlinge in den Nachbarländern verschärft, erklärten die Hilfsorganisationen, darunter CARE, Oxfam, Save the Children und World Vision. Im Juni hätten die Vereinten Nationen um 4,3 Milliarden Dollar für Syrien gebeten. Bis heute seien davon aber erst 62 Prozent überwiesen, berichtet epd.

Hilfslieferungen dringen nicht durch
Die syrischen Flüchtlinge im Libanon, in Jordanien, der Türkei, im Irak und Ägypten würden laut epd ums Überleben kämpfen. Die Bündnis-Mitglieder Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, Medico International, Misereor, Terre des hommes und Welthungerhilfe sind nach eigenen Angaben in Syrien, an der türkisch-syrischen Grenze und in den Nachbarländern Jordanien, Libanon und Irak über lokale Partnerorganisationen aktiv. «Die Menschen hungern, weil keine Hilfslieferungen durchdringen», beklagte Martin Glasenapp von Medico International.