Deutschland

Freikirchen in Sachsen-Anhalt zeigen teils Verständnis für AfD

Einige freikirchliche Gemeinden in Sachsen-Anhalt stimmen Forderungen aus dem AfD-Wahlprogramm in Teilen zu und kritisieren die Landeskirchen.

Freikirchliche Gemeinden in Sachsen-Anhalt stimmen in Teilen den umstrittenen kirchenpolitischen Forderungen der AfD zu. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des
Evangelischen Pressedienstes (epd). Für den Gemeindeleiter der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Dessau-Rosslau, Mario Herzog, ist die AfD «die einzige Partei», die «konservative Werte vertritt». Deswegen begrüsse seine Gemeinde «ausdrücklich die Erklärung der AfD, die Privilegien der Kirchen abzuschaffen».

Die Partei hatte im Entwurf ihres Programms zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erklärt, sie greife «die Kirchensteuerkirchen an, denn die grossen Kirchen schaden dem Glauben» (ref.ch berichtete). Die AfD plant demnach, die Staatsleistungen für Kirchen «ohne weitere Kompensation» einzustellen sowie den Kirchensteuereinzug über Finanzämter zu beenden, wenn sie in Regierungsverantwortung kommt.

Auch der Gemeindeleiter der charismatisch-pfingstlerischen Korngemeinde in Dessau-Rosslau, David Hofmüller, kann «die Kritik der AfD an den Grosskirchen in unserem Land nachvollziehen». Widerspruch äusserte hingegen Pastorin Kate Weishaupt von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Halle: «Die AfD hat nicht das Recht, unseren Namen für ihre politische Agenda zu verwenden.»

Auf Bundesebene distanzierten sich die Verbände mehrerer Freikirchen von den Positionen der AfD und wiesen eine Vereinnahmung durch die Partei zurück. So stellte der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden klar: «Rechtsextreme Parteien können für Christinnen und Christen kein Ort politischer Betätigung sein und sind nicht wählbar.» (epd/ gab)

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