Statistik

Der Glaube an einen einzigen Gott schwindet

In der Schweiz glauben immer weniger Menschen an einen einzigen Gott. Hingegen steigt der Anteil an Atheisten und Agnostikerinnen, wie die neuste Erhebung des Bundes zu Sprache, Religion und Kultur ergab.

Der Monotheismus ist in der Schweiz nach wie vor die am stärksten verbreitete Glaubensform. Sein Anteil ist gegenüber 2014 aber stark rückläufig. Während vor fünf Jahren 46 Prozent der Bevölkerung angaben, an einen einzigen Gott zu glauben, waren es 2019 noch 40 Prozent. Dies ergaben die neuen Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zur Religion und Spiritualität in der Schweiz.

Von 12 auf 15 Prozent angestiegen ist demgegenüber der Anteil atheistischer Personen. Ebenso verzeichneten die Agnostiker einen leichten Anstieg von 17 auf 18 Prozent. Ein Viertel der Bevölkerung glaubt weder an einen einzigen noch an mehrere Götter, sondern vielmehr an eine höhere Macht. Dieser Anteil blieb seit 2014 unverändert, wie das BFS festhält.

Fast jeder Zehnte wegen Religion diskriminiert

Angaben machte das BFS auch zur Religionszugehörigkeit in der Schweiz, der Teilnahme der Bevölkerung an Gottesdiensten und der Häufigkeit des Betens. Demnach gaben 2019 über 70 Prozent an, einer Religion anzugehören. Gut ein Viertel der Bevölkerung wohnte mehr als fünfmal im Jahr einem Gottesdienst bei, und mehr als die Hälfte betete mindestens einmal pro Jahr.

Gut 8 Prozent der Bevölkerung gaben 2019 an, aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit Opfer von Diskriminierung geworden zu sein. Genannt wurden unter anderem Benachteiligungen bei der Arbeit, in der Schule oder auf Wohnungssuche.

Weiter untersuchte das BFS, welche Rolle Religion und Spiritualität in der Erziehung spielen. Rund ein Fünftel der Eltern empfinden es demnach als wichtig, ihre Kinder nach den Prinzipien ihrer Religion zu erziehen. Gegenüber 2014 habe die Bedeutung von Religion und Spiritualität in der Erziehung insgesamt aber abgenommen, hält das BFS fest. (no)