Brandkatastrophe in Crans-Montana

Schweiz übernimmt Spitalrechnungen der italienischen Brandopfer

Zwölf Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana sind in Schweizer Spitälern versorgt worden. Eigentlich könnte die Schweiz die Behandlungskosten von 1,5 Millionen Franken zurückverlangen. Doch der Bundesrat hat sich dagegen entschieden.

In der Neujahrsnacht brannte eine Bar in Cans-Montana VS. 41 Menschen starben, über 100 wurden teilweise schwer verletzt. Die jungen Menschen wurden in ganz Europa in Kliniken verlegt, die auf Brandverletzungen spezialisiert sind.

Zwölf italienische Staatsangehörige wurden in Schweizer Spitälern behandelt, bevor sie nach Italien verlegt wurden. Die Behandlungskosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen, wie aus einer Mitteilung des Bundesrats hervorgeht.

Grundsätzlich übernehme das Herkunftsland die Spitalkosten, wenn eine Staatsangehörige im Ausland behandelt wird, heisst es in der Mitteilung weiter. Die italienische Regierung habe vorgeschlagen, dass Italien und die Schweiz gegenseitig auf die Rückerstattung der Kosten verzichten.

Der Bundesrat hat nun beschlossen, «ausnahmsweise» die Kosten nicht zurückzufordern. Es sei ihm erlaubt, dies «ohne gesetzliche Grundlagen» zu tun. Der Bundesrat wird folgendermassen zitiert: «Die Schweizer Regierung ist sich des unermesslichen Leids bewusst, das auf den Familien der Opfer und auf allen Betroffenen lastet, die ihr ganzes Leben lang unter den Folgen der erlittenen, schweren Verletzungen leiden werden.» (dst)

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