Brandkatastrophe in Crans-Montana
Mindestens 40 Menschen sterben bei Flammeninferno in Walliser Bar
Beim Brand in der Bar «Le Constellation» im Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind in der Silvesternacht mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Ausserdem seien 115 Personen teilweise sehr schwer verletzt worden.
80 Menschen befänden sich in kritischem Zustand, teilten die Verantwortlichen von Kanton, Polizei und Staatsanwaltschaft an einer Pressekonferenz am 1. Januar 2026 mit. Die Brandopfer werden im Spital in Sitten, aber auch in Kliniken in Genf, Bern oder den Universitätsspitälern von Lausanne oder Zürich behandelt.
Es sei eine der schlimmsten Tragödien, die die Schweiz je erlebt habe, sagte der amtierende Bundespräsident Guy Parmelin. Er hatte seine geplante Neujahrsansprache verschoben und war kurzfristig nach Crans-Montana gereist. Parmelin kondolierte den Familien und weiteren Angehörigen der Opfer im Namen des Bundesrates und des Parlaments.
«Viele der Opfer waren jung, voller Hoffnung und Träume», sagte Parmelin und forderte, ihrer in Ehren zu gedenken. Das Drama von Crans-Montana dürfe die Schweizer Werte nicht erschüttern. Die Schweiz sei traurig, aber in den Herzen vereint, im Schmerz und in der Unterstützung. Die Fahnen am Bundeshaus würden für fünf Tage auf Halbmast gesetzt.
Kondolenzbuch eröffnet
Mutmasslich war das Feuer ausgebrochen, weil Sprühfeuerwerk-Kerzen zu nahe an die Decke kamen und diese entzündeten. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eröffnet. Auch Bundesrat Beat Jans war am Wochenende in Crans-Montana. Der Justizminister legte am Unglücksort einen Blumenstrauss nieder in Gedenken an die Opfer. Der Bund hat unterdessen ein Online-Kondolenzbuch veröffentlicht.
Auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) drückte ihre Anteilnahme aus. In einer Wortmeldung zeigte sich die EKS «tief erschüttert». Der Schmerz der Angehörigen sei nicht in Worte zu fassen, hiess es in einem Statement in den Sozialen Netzwerken. «Was bleibt ist die Verbundenheit: dass wir einander nicht allein lassen – weder die Trauernden, noch die Verletzten, weder die Einsatzkräfte noch alle, die jetzt seelsorglich begleiten, zuhören, beten, organisieren, tragen.»
Mitgefühl ausgedrückt
EKS-Präsidentin Rita Famos selbst schrieb: «Meine Gedanken und Gebete sind mit den Angehörigen, den Verletzten und denen, die sich um die Betroffenen kümmern und die Krise bewältigen.»
Eine Mitteilung verschickte die Evangelisch-reformierte Kirche des Kanton Wallis (EERV). Man gedenke in Gebeten den Opfern sowie deren Familien und Angehörigen. «Wir sprechen ihnen in dieser schweren Zeit unser Mitgefühl und unsere Solidarität aus.» Dieser Zusammenhalt soll im Rahmen eines gemeinsamen Gebetes geäussert werden, das anlässlich der Gottesdienste am Sonntag, dem 4. Januar 2026, in den Kirchen im Kanton gesprochen werden soll. Das Gebet soll auch in den katholischen Pfarreien und den jüdischen Gemeinden verlesen werden, hiess es in der Mitteilung weiter.
Die Bevölkerung im Wallis ist mehrheitlich katholischer Konfession. Auch die Schweizer Bischofskonferenz und das Bistum Sitten bekundeten ihre Verbundenheit. «Diese Nacht, die ein Fest hätte sein sollen, hat sich für Hunderte von Menschen zu einer Katastrophe entwickelt», hiess es von ihrer Seite. Die Gedanken und Gebete gälten allen Betroffenen.
Bereits am Abend vom Donnerstag, dem 1. Januar, versammelten sich rund 400 Menschen in der Kirche in Crans-Montana zu einer Messe, um der Opfer zu Gedenken. Der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, leitete die Messe.
Redaktioneller Hinweis: Mit Material der Nachrichtenagentur Keystone-sda