Corona-Pandemie trifft ökumenische Kampagne hart

Die Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer mussten schon diverse Aktionen und Veranstaltungen absagen – wegen der Corona-Pandemie. Die finanziellen Folgen sind noch nicht absehbar. Man hofft aber weiterhin auf Solidarität.

Brot für alle und Fastenopfer spüren im Moment viel Solidarität in der Schweiz. Gerade mit älteren Menschen oder Familien. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Schon ​vor Beginn der Kampagne Ende Februar bekam Brot für alle (Bfa) die Corona-Pandemie zu spüren. ​Die Aktivistin aus Guatemala ​und der Aktivist aus Honduras, die für die ökumenische Kampagne die Schweiz ​hätten besuchen sollen, reiste​n erst gar nicht an. Auch die Rosen, die sonst während der Kampagne verkauft werden, mussten gratis in Altersheimen und Spitälern verteilt werden. Der Verkauf wäre zu riskant gewesen.

«Das sind ziemliche Einschnitte für die ökumenische Kampagne», sagt Gabriela Neuhaus, Medienverantwortliche von Bfa, gegenüber ref.ch. Zudem fehle der Dialog mit den Menschen, ergänzt Matthias Dörnenburg, Leiter Kommunikation bei Fastenopfer.

Corona-Pandemie hat finanzielle Folgen

Laut Bfa könnten auch die Partnerorganisationen im Ausland viele ihrer Aktionen und Veranstaltungen nicht durchführen. Die Hilfswerke rechnen denn auch mit finanziellen Einbussen durch die Corona-Pandemie. Insgesamt könne man zwar noch keine Zahlen nennen, «das wäre Kaffeesatzlesen», so Matthias Dörnenburg. Gabriela Neuhaus gibt aber ein konkretes Beispiel: Allein durch die abgesagte Rosenaktion entgehen beiden Organisationen je 250’000 Franken.

Für Bfa bedeute die Corona-Pandemie im Moment aber keine Krise, betont Gabriela Neuhaus. «Die ökumenische Kampagne ist für uns zwar wichtig, ​weil während dieser Zeit auch in den Kirchgemeinden viele Aktionen durchgeführt werden. Unsere Spenden verteilen sich ​aber zum Glück aufs ganze Jahr».

Zudem spüre man im Moment viel Solidarität in der Schweiz, gerade mit älteren Menschen oder Familien, die von der Pandemie betroffen sind. Neuhaus hofft, dass diese Solidarität auch «über die Schweizer Grenze hinweg trägt» und Menschen im globalen Süden zugutekommt. Ähnlich sieht man das auch bei Fastenopfer. Aber man sorge sich um die Programme und Projekte. Dafür habe man einen Krisenstab gegründet und analysiere die Lage in den Programmländern sorgfältig, berichtet Matthias Dörnenburg.

Beutelsuppen und Videos

Beide Organisationen suchen nun nach neuen Wegen, um die Menschen zu erreichen. Anstatt der abgesagten Suppentage kann man nun eine Beutelsuppe bestellen und verteilen. Damit verbunden ist ein Spendenaufruf. Zudem setzt man vermehrt auf Online-Angebote, die laut Matthias Dörnenburg bisher gut genutzt würden. Die Saatgutpezialistin aus Guatemala beispielsweise erklärt ihr Anliegen nun in einem Video, das über die sozialen Medien verbreitet wird. (mos)