Weniger Spenden in der Fastenzeit

Die Stiftung Fastenopfer nimmt weniger Geld ein. Das katholische Hilfswerk begründet das auch mit den vielen Kirchenaustritten. Bei Brot für alle sieht die Situation etwas weniger dramatisch aus.


Für viele Katholiken und Katholikinnen gehört es zur Fastenzeit: Das blaue Papiersäckchen mit dem roten Logo des Fastenopfers, in das man ab und zu ein paar Franken legt. Doch in den letzten Jahren geschah das immer weniger, das meldet die «Luzerner Zeitung» am 5. März. Sie zitiert dabei einen Artikel aus dem «Pfarreiblatt des Pastoralraums Rottal», laut dem die drei Pfarreien Buttisholz, Grosswangen und Ettiswil in den letzten 25 Jahren durchschnittlich 49’700 Franken an Fastenopfer spendeten – 2018 und 2019 seien es aber nur noch 29’400 Franken gewesen.

Weniger Mitglieder bringen weniger Einkünfte

Die Jahresberichte von Fastenopfer bestätigen diese Entwicklung: Zwischen 2013 und 2018 ging das Total an Spendeneinnahmen und Beiträgen um 9,7 Prozent zurück. Davon weist der Anteil an zweckbestimmten Spenden einen Ertragsrückgang von 24,8 Prozent auf. Ein Grund für diesen Rückgang sei der Mitgliederschwund der römisch-katholischen Kirche, sagt der Kommunikationsverantwortliche Matthias Dörnenburg gegenüber der «Luzerner Zeitung». Die vorläufigen Zahlen für 2019 seien gegenüber dem Vorjahr aber stabil.

Auch beim reformierten Hilfswerk Brot für alle gehen die Spenden zurück. Allerdings seien die Zahlen nicht ganz so dramatisch, bestätigt die Medienverantwortliche Gabriela Neuhaus gegenüber ref.ch.  Die Spendenerträge insgesamt nahmen zwischen 2013 und 2018 um 5,4 Prozent auf 11,2 Millionen Franken ab, wie den Jahresberichten zu entnehmen ist. Der Anteil der zweckgebundenen Spenden sank stärker, um 34,4 Prozent. Doch im letzten Jahr sei dieser Rückgang nicht mehr so drastisch, so Neuhaus. Das zeige der noch unveröffentlichte Jahresbericht.

Bedeutung des Kampagnenthemas

Die sinkenden Einnahmen bei Brot für alle hätten verschiedene Gründe: «In den letzten Jahren hat die Zahl von Organisationen, die sich um kirchliche Spenden bemühen, stark zugenommen», sagt Neuhaus. Zudem komme das Kampagnenthema manchmal besser an, dann gäbe es mehr Spenden als in anderen Jahren. «Aber der Mitgliederschwund trifft uns auch.»

Denn die Beiträge von Kirchgemeinden seien stark gesunken – was eng mit den Mitgliederzahlen zusammenhänge. Konkret: Weniger Mitglieder und weniger Kirchgänger bedeuteten halt auch weniger Kollekte. Doch der Rückgang sei nicht an die Fastenzeit gebunden: «Die Kampagne ist zwar wichtig. Aber sie bringt uns nicht vor Ostern viele Spenden, sondern während des ganzen Jahres.»

«Synergien nutzen»

Fastenopfer und Brot für alle habe Massnahmen eingeleitet, um die Zahlen wieder zu verbessern. Fastenopfer hat die internen Verwaltungskosten gesenkt und es sei ihnen gelungen, die Kernbotschaft besser auf den aktuellen Zeitgeist abzustimmen. Brot für alle wird mit dem HEKS fusionieren. Das habe nicht in erster Linie wirtschaftliche Gründe, sagt Gabriela Neuhaus, doch man könne «mit vereinten Kräften besser bestehen und Synergien nutzen». (mos)