Bundesrat will Angebot der Palliative Care ausbauen

In der Schweiz sollen alle Menschen in allen Regionen zu den Angeboten der Palliative Care Zugang erhalten. Der Bundesrat schlägt deshalb ein Massnahmenpaket vor.


Das Ziel der Massnahmen sei, dass alle Patientinnen und Patienten in der letzten Lebensphase eine Behandlung und Begleitung erhielten, die medizinisch sinnvoll sei und sich an ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen orientierten, teilte der Bundesrat am 18. September mit. Über die Kosten gibt es im Bericht keine Angaben.

Mit den heutigen Strukturen im Gesundheitswesen werde es nicht möglich sein, die zunehmende Anzahl sterbender Menschen in der Schweiz angemessen zu behandeln, begründet der Bundesrat die Massnahmen. Zudem seien Angebote der Palliative Care nicht ausreichend in die Gesundheitsversorgung integriert.

Koordination durch den Bund

Konkret schlägt der Bundesrat Massnahmen in den Themenbereichen Sensibilisierung, Unterstützung, Betreuung und Koordination vor. Die Massnahmen sollen wann immer möglich innerhalb der bereits bestehenden Strukturen erfolgen.

Neu will der Bund eine ständige Arbeitsgruppe «Gesundheitliche Vorausplanung» einsetzen und ein Projekt «Zugang zur allgemeinen Palliative Care» lancieren. Zudem sollen die Kantone Informations- und Beratungsstellen zum Thema einrichten.

Mobile, ambulante und stationäre Angebote sollen ausgebaut werden, damit alle Menschen in allen Regionen die Angebote der Palliative Care nützen können. Für Personen mit komplexen Krankenheiten am Ende des Lebens sollen spezialisierte Angebote definiert werden. Die Koordination aller Massnahmen soll auf nationaler Ebene durch die Plattform Palliative Care sichergestellt werden, die es bereits heute gibt.

Chancengleichheit herstellen

In der Schweiz habe heute nicht jede Person die gleichen Voraussetzungen, Chancen und Möglichkeiten, die Wünsche für das eigene Sterben selbstimmt umzusetzen, teilte der Bundesrat weiter mit. Neben dem Wohnhort seien auch die finanziellen Mittel der Patientinnen und Patienten ausschlaggebend: «Solche Ungleichheiten im Sterben sind zu beheben.»

Die Covid-19-Pandemie hat die zentrale Rolle der Palliative Care laut dem Bundesrat bestärkt. Am meisten Todesfälle habe es bei den über 80-Jährigen gegeben, dennoch seien in den Pflegeheimen kaum Palliative-Care-Fachpersonen eingesetzt worden. Künftig will der Bundesrat auch bei der Pandemie-Bewältigung die Bedürfnisse Sterbender und ihrer Angehörigen stärker berücksichtigen. (sda)