Wegen Unregelmässigkeiten
Bundesrat will internationale Adoptionen verbieten
Künftig sollen Paare in der Schweiz keine Kinder aus dem Ausland mehr adoptieren können. Der Bundesrat lässt ein entsprechendes Verbot ausarbeiten, über welches das Parlament spätestens Ende 2026 abstimmen soll. In einer Mitteilung des Bundesrats heisst es, auch ein «griffiges Adoptionsrecht» könne Missbräuche nicht ausschliessen.
In der Vergangenheit sei es zu «grossen Unregelmässigkeiten» bei Adoptionen gekommen. Experten haben nun untersucht, wie sich diese durch eine Anpassung des Gesetzes verhindern liessen. Ihr Fazit: Bund und Kantone hätten viel getan, um Transparenz und Sicherheit zu gewährleisten. Doch trotz allem sei ungewiss, «ob Missbräuche vollständig verhindert werden können». Das Bundesamt für Justiz prüft, ob internationale innerfamiliäre Adoptionen weiterhin möglich sein sollen.
Laut Zahlen des Bundes ist die Anzahl der Adoptionen von Kindern aus dem Ausland stark zurückgegangen. Seien es früher «mehrere hundert» Fälle pro Jahr gewesen, handelt es sich aktuell um rund 30 Verfahren pro Jahr. (dst)