Der Bund erwartet weiterhin viele Asylgesuche
Laut Migrations-Staatssekretärin Christine Schraner Burgener könnten dieses Jahr 27'000 Menschen ein Asylgesuch in der Schweiz stellen. Nicht mitgerechnet werden ukrainische Flüchtlinge. Letztes Jahr sind in der Schweiz etwa 75'000 Ukraine-Flüchtlinge sowie rund 24'500 Asylgesuche registriert worden.
«Wir sind mit einer aussergewöhnlichen Lage konfrontiert. Bei so hohen Zahlen stossen wir zwischendurch an unsere Grenzen», sagte Schraner Burgener in einem Interview mit den «CH Media»-Zeitungen. «Bis jetzt hat das Asylsystem den Stresstest bestanden.» Auch wenn alle Staatsebenen sehr gefordert seien. Bei den Ukrainerinnen und Ukrainern habe sich die Zahl neuer Schutzsuchender bei knapp 500 pro Woche eingependelt.
Die Rückführungsquote lag im letzten Jahr bei 54 Prozent. «Wir senden damit ein klares Signal aus: Es bringt nichts, in der Schweiz ein Asylgesuch zu stellen, wenn man nicht verfolgt ist. Die beschleunigten Asylverfahren haben sich bewährt.»
Mit Italien, das die Rücknahme von Flüchtlingen zurzeit verweigert, führe die Schweiz Gespräche zum Dublin-System. «Sie sagen, sie seien aufgrund der vielen Menschen, die übers Mittelmeer nach Italien gelangen, überfordert», so Schraner Burgener. Italien wünsche sich mehr europäische Solidarität.
Weiter sagte Schraner Burgener, dass die Schweiz das Uno-Resettlementprogramm so schnell wie möglich wieder aufnehmen möchte. Dieses sieht vor, dass die Schweiz Flüchtlinge direkt aus Krisenregionen aufnimmt. Die Kantone wehren sich jedoch dagegen. Laut Schraner Burgener verhandle das Staatssekretariat für Migration derzeit mit ihnen. (sda/ pef)