Schutzkonzept

Bündner Kirche startet Hotline für Opfer von Grenzverletzungen

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden hat ihr neues Konzept zum Schutz vor Grenzverletzungen vorgestellt. Unter anderem wurde eine Anlaufstelle für Betroffene geschaffen.

Die Bündner Landeskirche will Mitarbeitende und Menschen, die an kirchlichen Aktivitäten teilnehmen, besser vor Grenzverletzungen schützen. Kirchliche Tätigkeiten lebten von Beziehungen und Nähe, dabei könnten Abhängigkeiten entstehen und Grenzen überschritten werden, heisst es in einer Mitteilung vom 19. August.

Um den Schutz der persönlichen Integrität zu gewährleisten, hat die Landeskirche zusammen mit dem Beratungsunternehmen MOVIS ein Konzept erarbeitet, das am Freitag im Rahmen einer Medienkonferenz vorgestellt wurde. Ziel sei es, eine «Kultur des Hinschauens» sowie einen «sorgsamen Umgang mit Risikosituationen» zu gewährleisten, wird Kirchenratspräsidentin Erika Cahenzli-Philipp in der Mitteilung zitiert.

Sollte sich dennoch ein Vorfall ereignen oder ein Verdacht darauf entstehen, schreibt das Konzept vor, wie die Betroffenen zu schützen und zu begleiten sind. Allfällige Opfer sollen demnach Beratung und Unterstützung durch eine Hotline sowie interne und externe Vertrauenspersonen erhalten. Wegleitend sei dabei der sogenannte Bündner Standard gewesen, ein Schutzkonzept, das vom Bündner Spital- und Heimverband entwickelt wurde.

Bereits in der Vergangenheit hat die Landeskirche für das Thema Grenzüberschreitungen sensibilisiert. Unter anderem hat die Kirche Schulungen für Pfarrpersonen durchgeführt. Ebenso müssen Mitarbeitende aus Seelsorge, Jugendarbeit und Religionsunterricht einen Sonderprivatauszug aus dem Strafregister vorweisen. Neu sei jedoch die Verbindlichkeit, die mit dem neuen Konzept geschaffen worden sei. Ziel sei der «bestmögliche Schutz», heisst es in der Mitteilung. (no)