Zürich

Bruno Kleeb wird neuer Kirchenrat

Die Synode der reformierten Zürcher Landeskirche hat Bruno Kleeb zum neuen Kirchenrat gewählt. Kleeb setzte sich gegen einen überraschend portierten Gegenkandidaten durch.

Dass der Evangelisch-kirchlichen Fraktion der vakante Sitz im reformierten Zürcher Kirchenrat zusteht, war an der Synode vom 23. März unbestritten. Doch wer den Sitz erhalten sollte, war überraschend Gegenstand von Diskussionen. Offiziell von der Fraktion vorgeschlagen war Bruno Kleeb, bis anhin Präsident der Geschäftsprüfungskommission und seit 2006 Mitglied der Synode. An der Versammlung wurde dann jedoch mit Philipp Nussbaumer ein zweiter Kandidat portiert.

Nussbaumer ist Geschäftsführer der reformierten «Streetchurch» in der Stadt Zürich. Er gehört dem Kirchenparlament seit 2015 an und ist ebenfalls Mitglied der Evangelisch-kirchlichen Fraktion. Laut einer Medienmitteilung der Landeskirche stellten sich einige Synodale auf den Standpunkt, dass es mit dem 36-Jährigen nun eine echte Wahlmöglichkeit gebe. Andere hielten dagegen, die Kandidatur habe im Gegensatz zu derjenigen von Kleeb nicht in Hearings geprüft werden können. Am Ende entschied der offizielle Kandidat das Rennen mit 62 zu 45 Stimmen für sich.

Kleeb wird dieses Jahr 50-jährig, ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Seit mehr als zwölf Jahren ist er Leiter eines Alters- und Pflegeheims in seiner Wohngemeinde Bauma. Er wünsche sich, dass die Kirche «unbeirrt das Evangelium verkündet», und wolle «auf gemeinsame, tragfähige Lösungen hinarbeiten», wird er im Communiqué der Landeskirche zitiert.

Parlament bekommt eigenes Sekretariat

Im weiteren Verlauf der Versammlung stimmten die Synodalen einer Revision der Geschäftsordnung zu. Diese ermöglicht es dem Parlament ein eigenes Sekretariat einzurichten. Bislang nahm diese Aufgaben der Stabsdienst unter der Leitung des Kirchenratsschreibers wahr.

Zudem fand eine Aussprache über den aktuellen Stand des Reformprozesses «KirchGemeindePlus» statt. Grundlage war ein Zwischenbericht einer externen wissenschaftlichen Begleitforschung (ref.ch berichtete). Laut Mitteilung mahnten einige Votantinnen an, Kirchgemeinden auch nach einer Fusion zu unterstützen. Andere Synodale forderten den verstärkten Einbezug der Mitarbeitenden, nicht nur der Pfarrschaft. (vbu)