«KirchGemeindePlus»

Studie gibt Empfehlungen zu Zürcher Reformprozess ab

Seit 2018 untersucht ein unabhängiges Forschungs­institut den Reformprozess «KirchGemeindePlus» der Zürcher Landeskirche. Nun zeigt ein erster Zwischenbericht: Nach­gebessert werden könnte etwa bei der Entwicklung von innovativen Kirchenformen.

Noch vor wenigen Jahren sorgte das Schlagwort «KirchGemeindePlus» vielerorts für rote Köpfe. Ursprünglich dazu gedacht, die übergemeindliche Zusammenarbeit zu fördern, Sparmöglichkeiten aufzuzeigen und so den Fusionsdruck zu mildern, geriet der Reformprozess der Zürcher Landeskirche bald in die Kritik, ein eigentlicher Fusionsturbo zu sein.

Doch mittlerweile ist es ruhiger geworden um «KirchGemeindePlus». Das spiegelt sich auch in einem Zwischenbericht des unabhängigen Forschungsinstituts Interface, welches mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Prozesses zwischen 2018 und 2023 beauftragt worden ist. So heisst es zwar bei einigen Punkten, dass die kritischen Stimmen nicht gänzlich verstummt seien. Gleichzeitig jedoch stellt der Bericht etwa in Bezug auf Unterstützungs- und Beratungsleistungen der Landeskirche eine grosse oder eher grosse Zufriedenheit fest.

Partizipative Prozesse

Insgesamt gibt der Zwischenbericht fünf Empfehlungen ab, wie und wo nachgebessert werden könnte. So sollten etwa Prozesse initiiert werden, um neue und innovative Kirchenformen zu entwickeln – dies jedoch nicht von oben herab, sondern unter Einbezug der Kirchgemeinden und anderer relevanter Akteure. Zudem sollten Gemeinden auch nach einem Zusammenschluss oder einer vertraglich vereinbarten Zusammenarbeit weiter beraten werden. Gemeinden wird empfohlen, dafür entsprechende Ressourcen einzuplanen. Die Landeskirche wiederum solle ein Augenmerkt auf finanziell schwach aufgestellte Gemeinden richten, damit nirgends aus Ressourcengründen auf einen Reformprozess verzichtet werden müsse.

Weiter empfiehlt Interface, die Zufriedenheit und die Arbeitsbelastung der Betroffenen im Auge zu behalten. Dies weil die bisherige Untersuchung aufgezeigt habe, dass es durch die Reformen auch zu negativen Veränderungen wie einem gestiegenen Stresslevel oder Unklarheit über die eigenen Aufgaben kommen könne.

Der Zürcher Kirchenrat bewertet die Empfehlungen positiv, wie es in einer Mitteilung zum Bericht vom 15. Dezember heisst. Einige der empfohlenen Massnahmen seien bereits in Umsetzung oder in die jüngst formulierten Legislaturziele eingeflossen. (vbu)

Der ausführliche Bericht sowie die Antwort des Kirchenrates sind auf der Seite von «KirchGemeindePlus» zu finden.