Deutschland

Wunsch nach mehr Spielraum bei Bestattungen

Süddeutsche Politiker fordern eine Liberalisierung der Friedhofsordnung. In Rheinland-Pfalz ist sie kürzlich beschlossen worden. Doch Baden-Württembergs Ministerpräsident stellt sich dagegen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält nichts von einer Liberalisierung der Friedhofsordnung. Er werde das Thema in seiner Amtszeit nicht anpacken, so Kretschmann: «Das ist mal so sicher wie das Amen in der Kirche.»

Er sei «an dieser Stelle sehr, sehr konservativ», bekannte der Grünen-Politiker. «Das wird wahrscheinlich alles so kommen, aber ich persönlich bin kein Freund davon.» Er halte es für eine grosse zivilisatorische Errungenschaft, «dass wir unsere Toten gemeinschaftlich begraben».

Das baden-württembergische Sozialministerium hatte vergangene Woche in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Daniel Born mitgeteilt, dass in Baden-Württemberg über eine mögliche Lockerung des Bestattungsrechts beraten wird. Eine Entscheidung über Zeitpunkt und Inhalt möglicher Änderungen stehe aber noch aus.

Das Land habe die Reform in Rheinland-Pfalz, die unter anderem die Aufbewahrung von Urnen zu Hause und neue Bestattungsformen erlaubt (ref.ch berichtete), aufmerksam verfolgt, heisst es in der Stellungnahme. In Baden-Württemberg seien bereits Erd-, Feuer-, See-, Tuch- und Naturbestattungen zulässig. Weitere Formen wie die sogenannte Reerdigung oder Diamantbestattungen seien dagegen derzeit nicht erlaubt. (epd/ dst)

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