Interreligiöser Dialog
Islamische Stiftung interessiert sich für kirchliches Zentrum in Bern
Das kirchliche Gemeinschaftszentrum Treffpunkt Wittigkofen in Bern soll an die Stiftung Islamisches Zentrum Bern (IZB) verkauft werden. Das steht in einer gemeinsamen Medienmitteilung der IZB und der Refbernimmo AG (RBI). Die Firma ist die Immobiliengesellschaft der Evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde Bern. Die Kirchgemeinde Petrus nutze seit einigen Jahren nur noch einen kleineren Teil der Fläche im Treffpunkt.
Die Verkaufsverhandlungen laufen noch und sollen bis im Juli 2026 dauern. In einer Absichtserklärung sichert die IZB der Gesamtkirchgemeinde Bern zu, weiterhin Räume im Erdgeschoss mieten zu können. Damit sollen Angebote der Kirchgemeinde Petrus wie Kinder- und Frauentreff, Sozialberatung, aber auch Eltern- und Seniorinnen-Angebote im Quartier präsent bleiben, heisst es in der Mitteilung.
Ali Osman, Präsident der IZB, lobt die von der Kirchgemeinde geleistete Arbeit in der Mitteilung: «Sie hat das Quartier nachhaltig geprägt und bleibt für uns wertvoll und verbindend.» Man sei bestrebt, einen offenen Dialog zu fördern. Die Stiftung hatte bereits 1985 eine interreligiöse Tagung zwischen Muslimen und Christen organisiert. Seither beteilige man sich aktiv am «Runden Tisch der Religionen in der Stadt Bern».
Für Frank Schley, Verwaltungsratspräsident der RBI, ist die gefundene Lösung laut Mitteilung ein Gewinn für alle Beteiligten: «Sie eröffnet Chancen für neue Begegnungen und ein stärkeres Miteinander von Christen und Muslimen.» Das Quartierzentrum Wittigkofen werde so zu einem Ort, an dem die religiöse Vielfalt erlebbar sei.
Zudem trage der Verkauf der Liegenschaft zur finanziellen Entlastung der Gesamtkirchgemeinde bei. Über den Verkaufspreis hätten sich die beiden Parteien schon verbindlich geeinigt, sagt Schley auf Anfrage. Zum jetzigen Zeitpunkt werde er aber noch nicht bekannt gegeben. (gab)