Basel-Stadt
Kunstwerk soll an Pogrom und jüdisches Leben erinnern
Der Brunnen am Rümelinsplatz in Basel heisst neu «Brunnen der Erinnerung» und soll an das jüdische Leben in Mittelalter sowie das Pogrom von 1349 erinnern. Das schreibt der Regierungsrat von Basel-Stadt in einer Mitteilung. Bis heute fehle in Basel ein entsprechender Gedenkort. Der Regierungsrat trage diesbezüglich eine besondere Verantwortung.
Laut historischen Quellen hatte der Rat die Verfolgung der Juden befohlen. Die Bevölkerung brachte schätzungsweise 100 bis 600 Jüdinnen und Juden um.
Dem Gegenüber stehen Brunnen als Symbole des Lebens. Sie hätten über Jahrhunderte hinweg die Identität der Stadt Basel geprägt, so die Mitteilung. Der Brunnen am Rümelinsplatz verbinde nun die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft mit der Identität der Stadt. «Und macht sichtbar, wie eng die jüdische Geschichte in die Basler DNA eingewoben ist.»
Der bestehende Brunnen soll durch ein künstlerisches Werk ergänzt werden. Dieses soll das jüdische Leben im Mittelalter ins Zentrum rücken und den Brunnen zu einem Zeichen des respektvollen Miteinanders machen. Den Entscheid über die Auftragsvergabe werde der Regierungsrat auf Empfehlung einer von ihm gewählten Jury treffen. Diese bestehe aus Kunstsachverständigen, Vertretern von jüdischen Organisationen und den Abteilungen Gleichstellung und Diversität sowie Kultur.
Die jüdische Gemeinde gehörte laut Mitteilung bis Ende des 14. Jahrhunderts zur Basler Gesellschaft. Nach dem Pogrom sei für kurze Zeit (1362-1397) eine zweite Gemeinde entstanden. «Danach blieb jüdischen Menschen die Ansiedlung in Basel über mehr als 400 Jahre verwehrt.» (gab)