Armut
Jedes fünfte Kind in der Schweiz ist von Armut gefährdet
Etwa jedes fünfte Kind in der Schweiz lebt in einem Haushalt, der von Armut gefährdet ist. 7,1 Prozent der Kinder gelten als armutsbetroffen. Das steht in einem neuen Positionspapier von Unicef Schweiz und Liechtenstein.
Damit hat die Kinderarmut in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Besonders deutlich zeige sich diese Entwicklung in der Nordwestschweiz und in der Genferseeregion. Je nach Wohnort unterscheiden sich die Lebensbedingungen betroffener Kinder erheblich.
Steigende Mieten als Problem
Zwar würde finanzielle Unterstützung wie Familienzulagen dazu beitragen, Kinderarmut zu verringern, schreibt Unicef. Sie reichen jedoch laut der Auswertung nicht aus, um alle Kinder vor Armut oder relativer Armut zu schützen.
Gleichzeitig verschärfen steigende Lebenshaltungskosten, höhere Krankenkassenprämien und wachsende Mieten den Druck auf Familien mit tiefen und mittleren Einkommen. Fast die Hälfte der armutsgefährdeten Familien gibt für das Wohnen mehr aus, als ihr Budget zulässt, und 39 Prozent der betroffenen Kinder leben in überbelegten Wohnungen.
Armut beeinträchtigt Entwicklung
Die Autorinnen und Autoren der Untersuchung betonen, Kinderarmut sei mehr als ein finanzielles Problem. Sie beeinträchtige Entwicklung, Gesundheit und soziale Teilhabe von Kindern und Armut treffe besonders Alleinerziehende, einkommensschwache Haushalte sowie Familien mit mehr als zwei Kindern.
Sie fordern deshalb, die Bekämpfung der Kinderarmut zur politischen Priorität zu machen, die Datengrundlage zu verbessern, familienfreundliche Rahmenbedingungen auszubauen und die bestehende Unterstützung für einkommensschwache Familien zu stärken. (dst)