Appenzeller Synode schickt Finanzausgleich bachab

Der neue Finanzausgleich stiess in der Sommersynode der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell auf heftigen Widerstand. Am Ende musste der Kirchenrat seinen Antrag zurückziehen.


Der Anstoss zur Anpassung des Finanzausgleichs der Landeskirche war ursprünglich von der Kirchgemeinde Appenzell gekommen. Diese forderte in einer Motion an der Sommersynode 2015 eine Entlastung von den Steuerabgaben an die Landeskirche. Der Kirchenrat entschied daraufhin, den Finanzausgleich generell zu überarbeiten.

An der Synode vom 25. Juni hatte der Entwurf des Kirchenrats nun aber wenig Chancen. Zahlreiche Synodale votierten in Übereinstimmung mit der Geschäftsprüfungskommission für die Rückweisung des Antrags. Martin Breitenmoser aus Appenzell kritisierte, mit dem neuen Finanzausgleich fahre seine Kirchgemeinde noch schlechter als vorher. Ein anderer Synodaler warf dem Kirchenrat vor, die meistbetroffenen Kirchgemeinden Hundwil, Schönengrund und Wald seien zu wenig angehört worden. Schliesslich war der Kirchenrat gezwungen, den Antrag zurückzuziehen, wie es in einer Mitteilung der Landeskirche vom 28. Juni heisst.

Ungewisse Zukunft

Der neue Finanzausgleich sollte auf Grundlage der direkten Bundessteuer berechnet werden. Statt der bisherigen Grundausstattung sollten kleine Kirchgemeinden neu lediglich eine Mindestaustattung erhalten. Zudem sah der Entwurf vor, dass Investitionsbeiträge für Bau und Unterhalt der Kirchgemeinden gestrichen werden.

Wie es nun mit der Überarbeitung des Finanzausgleichs weitergeht, ist unklar. Seine Finanzierung aus dem Zentralfonds ist noch für rund zwei Jahre gesichert. (no)