Appenzeller Reformierte diskutieren über Finanzausgleich

Die reformierte Synode beider Appenzell hat diverse Ämter in der Landeskirche neu besetzt. Während die Personalgeschäfte unumstritten waren, führten die Finanzen zu einigen Kontroversen.

Das strukturelle Defizit beschäftigt die Appenzeller Synode weiter: Reformierte Kirche in Heiden. (Bild: Wikimedia/Roland Zumbühl)

Pfarrerin Regula Gamp Syring aus Bühler wurde an der Synode vom 26. Juni als neue Kirchenrätin gewählt. Sie ersetzt die zurückgetretene Pfarrerin Corinna Boldt aus Walzenhausen. Auch acht neue Synodale hiess die Versammlung in Heiden willkommen. Der Jahresbericht des Kirchenrates und die fast ausgeglichene Rechnung 2016 wurden einstimmig genehmigt.

Zu kontroversen Wortmeldungen führten dagegen die Änderungen der Finanzordnung und des Finanzausgleichs. Ausgelöst wurden diese durch eine Motion der steuerkräftigen Kirchgemeinde Appenzell, die im Finanzausgleich entlastet werden will. Am Ende fiel die Entscheidung zu Gunsten einer Übergangsregelung, die einen Kompromiss darstellt: Die Innerrhoder bekommen ihre Entlastung, allerdings nicht so stark, wie vom Kirchenrat ursprünglich vorgesehen. Der Finanzausgleich 2017 wurde mit ganz wenigen Nein-Stimmen gutgeheissen.

«Finanzen – Quo Vadis»

Unter dem Traktandum «Finanzen – Quo Vadis» diskutierten die Abgeordneten eingehend, wie ein weiteres strukturelles Defizit der Landeskirche verhindert werden kann. Die zweite Lesung der Berichte und Anträge des Kirchenrates und der vorberatenden Kommission werden an der Herbst-Synode erfolgen. Schon jetzt stimmte die Versammlung einer leichten Erhöhung der Landeskirchensteuer zu, um die Altersrentenreduktion für die kirchlichen Angestellten auszugleichen.

Des Weiteren soll es im August 2018 eine Sondersynode zum Thema kirchenparlamentarische Arbeit geben, und für die Erarbeitung und Umsetzung des neu erstellten Diakoniekonzepts wurde ein Bezug aus dem Projektfonds bewilligt.