Es wird eng für kleine Appenzeller Kirchgemeinden

Die Synodalen der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell äusserten sich an ihrer Herbstsitzung kontrovers zum neuen Finanzausgleich. Kleinere Gemeinden könnten ausbluten, so die Befürchtung.


Für Diskussionsstoff sorgte an der Synode vom 27. November der Entwurf zum neuen Finanzausgleich. Dieser wurde in erster Lesung beraten und stiess dabei auf viel Widerstand. Mehrere Synodale befürchteten ein finanzielles Ausbluten der kleinen Kirchgemeinden, wie es in einer Mitteilung der Landeskirche heisst. Es sei keine gute Lösung, einen Strukturwandel mit der Brechstange zu erzwingen, argumentierten sie.

Bis zu 40’000 Franken weniger

Neu soll der Finanzausgleich auf Grundlage der Steuererträge aus der direkten Bundessteuer berechnet werden. Zudem sollen Investitionsbeiträge für Bau und Unterhalt der Kirchgemeinden gestrichen werden. Kleinere Kirchgemeinden mit weniger als 1’000 Mitglieder würden dadurch massiv weniger vom Finanzausgleich profitieren als bisher. Konkret bedeutete das für die Kirchgemeinde Hundwil 22’000 Franken, für Wald 28’000 Franken und für Schönengrund 41’000 Franken weniger Unterstützung.

Der Synodale Bernhard Rothen forderte den Kirchenrat auf, mit den am stärksten betroffenen Kirchgemeinden bis zur Sommersynode 2018 eine «spruchreife» Lösung zu finden. Dem stimmte die Synode knapp zu.

Kürzungen bei Kirchenpublikation

Ebenfalls kontrovers diskutiert wurde der Antrag des Kirchenrats zu einem gekürzten Budget von 150’000 Franken ab 2019 für das Kirchenblatt Magnet. Bisher standen dafür rund 200’000 Franken zur Verfügung. Mehrere Synodale betonten die grosse Bedeutung der kirchlichen Kommunikation auf verschiedenen Kanälen. Trotzdem folgte die Synode dem Antrag. Die eingesparten Mittel sollen zur Reduktion des strukturellen Defizits eingesetzt werden. (no)