Jüdische Gemeinden

Weltweit mehr antisemitische Vorfälle

Die sieben grössten jüdischen Gemeinden ausserhalb Israels melden einen deutlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Ein Land sticht dabei heraus.

Gemessen an der jüdischen Bevölkerungszahl ist Deutschland von antisemitischen Vorfällen besonders stark betroffen, wie der Jahresbericht der internationalen J7-Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus zeigt. Hier wurden 2023 mehr als 38 antisemitische Vorfälle pro 1000 jüdische Einwohner registriert. Zum Vergleich: In Grossbritannien waren es 13 Vorfälle pro 1000 Personen, in Australien, Argentinien, Frankreich (je 4), Kanada (2) und in den USA (1) deutlich weniger.

Die J7-Gruppe, zu der die jüdischen Gemeinden in den obengenannten Ländern gehören, warnt vor einem «besorgniserregenden» Trend. Dem ersten Jahresbericht der Arbeitsgruppe zufolge stiegen die registrierten Taten in einigen J7-Ländern im Jahr 2024, insbesondere nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, teils massiv an. So verzeichnete Australien dem Bericht zufolge 2024 einen Anstieg von antisemitischen Vorfällen um 317 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Bericht weist zudem auf ähnliche Entwicklungen in allen J7-Ländern hin. Demnach nehmen gewalttätige Übergriffe zu, jüdische Einrichtungen wie Synagogen, Schulen und Gemeindezentren werden verstärkt zur Zielscheibe, und antisemitischer Hass im Internet wächst. Viele Jüdinnen und Juden fühlten sich zunehmend unsicher und verzichteten aus Angst auf sichtbare Zeichen ihrer Identität.

Die J7-Arbeitsgruppe wurde nach eigenen Angaben im Juli 2023 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen den grössten jüdischen Diaspora-Gemeinden vor dem Hintergrund des weltweit zunehmenden Antisemitismus zu fördern. (epd/ dst)

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