Alkoholausschank bei Velo-Bar gibt an Berner Synode zu reden

An der zweitägigen Winter-Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn war insbesondere die Finanzierung einer mobilen Velobar umstritten. Damit wollen zwei Pfarrer an Anlässen und Festen Seelsorgespräche anbieten - und dazu Alkohol ausschenken.


Die Pfarrer Bernhard Jungen und Tobias Rentsch wollen mit einer Velo-Bar namens «Unfassbar» jüngere Personen für die Kirche begeistern. Sie haben vor, damit Anlässe und Feste zu besuchen, um vor Ort Seelsorgegespräche anzubieten. Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn sollen das Projekt mitfinanzieren.

Der Synodalrat beantragte an seiner Wintersynode eine Mitfinanzierung über vier Jahre hinweg in der Höhe von jährlich 40‘000 Franken, wie es in einer Medienmitteilung vom 5. Dezember heisst. In der Diskussion sahen die einen darin eine kostengünstige PR-Kampagne mit nachhaltiger Wirkung. Andere waren der Meinung, dass das Geld besser eingesetzt wäre, wenn Kirchgemeinden angeregt würden, selbst solche Projekte umzusetzen.

Zudem hatten etliche Synodale «Mühe mit der Tatsache, dass eine kirchliche Organisation Alkohol ausschenkt», heisst es in der Mitteilung weiter. In der Schlussabstimmung unterstützten dennoch 134 von 177 Anwesenden die vom Synodalrat vorgeschlagene Finanzierung von insgesamt 160‘000 Franken.

Gewinn von 2,3 Millionen Franken

Auf Ablehnung stiess dagegen das Projekt Konfirmationsbibel. Es sah die Herausgabe einer Bibel für den kirchlichen Unterricht von der 5. Klasse bis zur Konfirmation vor. In der Schlussabstimmung wurde das Projekt mit 44 Ja- zu 114 Nein-Stimmen bei 15 Enthaltungen abgelehnt.

Weiter verabschiedete das Kirchenparlament Synodalrätin Pia Grossholz-Fahrni, die seit 16 Jahren ‒ und noch bis Ende März 2019 ‒ das Departement OeME-Migration leitet. Verabschiedet wurde auch Synodalrat Stefan Ramseier, zurzeit noch Deparementschef Gemeindedienste und Bildung.

Das Budget 2019 wurde ohne Gegenstimme angenommen. Es schliesst ‒ bei einem Aufwand von 32,3 Millionen und einem Ertrag von 34,6 Millionen Franken ‒ mit einem Gewinn von 2,3 Millionen Franken ab. Die Abgabesätze der Kirchgemeinden bleiben unverändert. (bat)