Migration

Afghaninnen lassen Zahl der Asylgesuche steigen

Im September haben fast 4000 Personen in der Schweiz um Asyl gebeten, fast 32 Prozent mehr als im August. Hauptgrund für den Anstieg ist eine Praxisänderung des Staatssekretariats für Migration.

Vorläufig aufgenommene Afghaninnen können in der Schweiz seit kurzem ein Zweitgesuch um Asyl einreichen. Das hat zu einem Anstieg der Asylgesuche im September geführt, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) schreibt. Von den knapp 4000 Gesuchen stammten rund 700 von afghanischen Frauen.

Diese verfügten zwar über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz, allerdings ohne Flüchtlingsstatus. Dank einer geänderten Praxis können sie diesen mit einem neuen Asylgesuch beantragen, wie das SEM festhält.

Die Lage für Frauen und Mädchen habe sich in Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban kontinuierlich verschlechtert. Zahlreiche Einschränkungen und auferlegte Verhaltensweisen hätten gravierende Folgen auf ihre fundamentalen Menschenrechte; ihre Grundrechte seien stark eingeschränkt.

Asylgesuche von Afghaninnen werden deshalb mit der neuen Praxis einzeln geprüft, ihnen aber in der Regel die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt, wie das SEM ausführte. Wie andere Staaten in Europa folge die Schweiz den Empfehlungen der Europäischen Asylagentur (EUAA).

Mit rund 1500 Gesuchen war Afghanistan auch insgesamt das wichtigste Herkunftsland der Menschen, die im September in der Schweiz um Asyl baten. Dahinter folgten die Türkei, Algerien, Eritrea und Marokko. (sda/ pef)