5 Tipps gegen den Festtags-Stress
Seit Werner «Tiki» Küstenmacher mit «Simplify your life» einen Bestseller geschrieben hat, wird er gerne danach gefragt, wie man denn sein Leben vereinfachen könne. Der evangelische Pfarrer aus der Nähe von München hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd seine fünf Tipps für eine entspannte Weihnachtszeit verraten – und einen Bonus-Ratschlag für den späten Heiligabend gegeben.
Familienkonferenz einberufen
«Die Weihnachtszeit beginnt bei uns mit einer Familienkonferenz. Wir sprechen darüber, was uns genervt hat beim letzten Mal und wie es stressfreier ablaufen kann», sagt Küstenmacher. «Ein Essen kann man sich liefern lassen oder man kocht etwas Einfaches. Es muss nicht die ganze Verwandtschaft zu Besuch kommen und man darf auch die Uhrzeit festlegen, wann die Familienfeier wieder zu Ende ist.» In der Familienkonferenz könne man offen über seine Erwartungen sprechen.
Zeit mit den Kindern verbringen
«Gerade mit Kindern ist es wichtig, dass Weihnachtsfreude aufkommt», meint der Autor. Und: «Wir haben super Erfahrungen mit der Krippe gemacht: Wir stellten sie jeweils ein paar Tage vor Weihnachten auf und erzählten mit ihr die Weihnachtsgeschichte.» Die Figuren von Maria und Josef seien auf ihrer Reise von Zimmer zu Zimmer gewandert und an Heiligabend an der Krippe angekommen. Der Pfarrer sagt: «Wenn dann noch das Jesus-Kind dazukommt, ist es verblüffend, welche Freude die Kindern haben.»
Weniger schenken
«Wir haben den Kreis von Leuten, denen wir Pakete schicken, sehr eingeschränkt. Mit vielen Freunden haben wir vereinbart, nichts zu schenken. Ihnen und uns fehlt ehrlicherweise nichts», erzählt Küstenmacher. Geschenke gehörten zu Weihnachten, aber es müsse nicht in einen Geschenke-Marathon ausarten. Er rät, stattdessen zu wichteln oder Kinder aufzufordern, ihren Herzenswunsch auf einen Wunschzettel zu schreiben.
Keine «nützlichen» Geschenke machen
Grosse Anschaffungen wie ein Velo oder ein Computer als Geschenk zu Weihnachten? Davon hält Küstenmacher nichts. «Weihnachtsgeschenke sollen eher symbolischer Natur sein», findet er. Wenn der eine unbedingt ein neues Fahrrad brauche, müsste der andere auch ein grosses, teures Geschenk bekommen. Das führe nur zu Stress. Tiki Küstenmachers Credo lautet: «Notwendige Sachen sollte man dann kaufen, wenn man sie braucht und nicht bis Weihnachten warten.»
Räumen Sie nicht auf
Pingelig sein und alles blitzblank putzen für die Festtage lohnt sich laut Küstenmacher nicht: «An Weihnachten ist das Licht schummrig, Staub und Krümel sieht man kaum.» Man solle sich lieber entspannen. «Wir feiern den Geburtstag Jesu. Er ist in einem Stall geboren, da war es bestimmt nicht aufgeräumt und geputzt», sagt der Pfarrer mit einem Augenzwinkern. Den Stress mache man sich selbst.
Tiki Küstenmacher verrät, wie er mit Sicherheit die Weihnachtsfreude findet, auch wenn er viel um die Ohren hatte: Er besucht den Gottesdienst am späten Heiligabend. «Ich finde es schön, um 22 Uhr durch die dunkle Stadt zu gehen», sagt er, «danach ist für mich immer richtig Weihnachten.»