Antisemitismus

Nach Angriff auf Zürcher Juden: Gericht verurteilt Jugendlichen

Ein Jahr Gefängnis wegen mehrfachen versuchten Mordes ist das Urteil für einen Jugendlichen. Er hatte 2024 einen jüdischen Mann in der Zürcher Innenstadt mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Das Jugendgericht Dielsdorf ZH hat einen Jugendlichen zu einem Jahr Gefängnis wegen mehrfachen versuchten Mordes verurteilt. Der zur Tatzeit 15-Jährige hatte 2024 einen orthodoxen Juden in Zürich niedergestochen.

Die Freiheitsstrafe wird jedoch zugunsten einer Unterbringung aufgeschoben. Der Richter hielt in der Urteilsbegründung fest: «Das Töten von Juden, nur weil sie Juden sind, ist skrupellos.» Von der mehrfachen Drohung sprach das Gericht den Beschuldigten frei.

Der damals 15-jährige Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 in der Stadt Zürich auf offener Strasse mit einem Messer einen orthodoxen Juden lebensgefährlich verletzt (ref.ch berichtete). Zuvor soll er versucht haben, in eine Synagoge einzudringen, um Juden zu töten. Der Jugendliche soll sich über das Internet radikalisiert haben und sich zur Terrororganisation «Islamischer Staat» bekannt haben.

Die Jugendanwaltschaft warf dem jungen Mann laut Anklageschrift mehrfachen versuchten Mord, Unterstützung einer kriminellen Organisation und Aufruf zu Diskriminierung und Hass vor. Sie beantragte, den jungen Mann mit einem Freiheitsentzug von einem Jahr zu bestrafen. Zudem forderte sie verschiedene Schutzmassnahmen.

Der Verteidiger forderte eine Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung statt wegen Mordes. Vom Vorwurf, sein Klient habe weitere Personen ermorden wollen, sei dieser freizusprechen. Er forderte eine bedingte sechsmonatige Freiheitsstrafe. Das Gericht solle eine persönliche Betreuung und eine ambulante Behandlung anordnen.

Das Schweizer Jugendstrafrecht sieht für Jugendliche bis 15 Jahre eine maximale Freiheitsstrafe von 12 Monaten vor. (sda/ dst)

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