Kirchliche Immobilien

Zürichs erstes Hochhaus wird zum «Haus der Diakonie» 

Das reformierte Kirchgemeindehaus in Wipkingen in der Stadt Zürich wird für 50 Millionen Franken umgestaltet. Die Stimmbevölkerung hat deutlich Ja gesagt zu einer entsprechenden Baukredit-Vorlage.

Das Kirchgemeindehaus in Wipkingen liegt an einer der am stärksten befahrenen Verkehrsachsen Zürichs, an der Rosengartenstrasse. Das siebenstöckige Haus war nach seinem Bau in den 1930er-Jahren das erste Hochhaus der Stadt. Das «reformierte Volkshaus» diente als Treffpunkt im Quartier. Im Gebäude befanden sich eine alkoholfreie Wirtschaft, eine Mütterberatung und ein Volksbad. Hier konnten die Menschen aus dem Quartier duschen, denn in den meisten Mietwohnungen gab es keine Badezimmer. Vor und während des Zweiten Weltkrieges war das Haus ein Zentrum des Widerstands.

Seit 2008 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, und ab kommendem Jahr soll es umfassend umgebaut werden. Die Stimmberechtigten der reformierten Kirchgemeinde Zürich haben am Abstimmungssonntag am 22. September 2024 mit rund 80 Prozent sehr deutlich Ja gesagt zu einem Baukredit von rund 50 Millionen Franken, wie es in einer Mitteilung der Reformierten Kirchgemeinde Zürich heisst.

Bereits 2027 soll das «Haus der Diakonie» eröffnet werden. Die Streetchurch betreibt es im Auftrag der reformierten Kirchgemeinde. 50 Arbeitsintegrationsplätze soll es geben, zudem Wohnmöglichkeiten für bis zu 25 Personen und einen grossen Veranstaltungssaal. Vorgesehen sind weiter ein Café und ein Co-Working-Space. Der Bau schaffe einen «wichtigen Begegnungsort» und sei eine wesentliche Angebotserweiterung für Bedürftige, lässt sich Claudia Bretscher, Leiterin des Ressorts Diakonie der reformierten Kirchgemeinde Zürich, im Communiqué zitieren. Die eigentliche Arbeit beginne jetzt, heisst es von Projektleiter Philipp Nussbaumer, Geschäftsführer der Streetchurch. (jow)