«KirchGemeindePlus»

Zürcher Synode weist Fusionsbericht zurück

An seiner Herbstversammlung debattierte das Zürcher Kirchenparlament den Schlussbericht zum Strukturprozess «KirchGemeindePlus». Die finanziellen Aspekte befand es dabei für gut, inhaltlich gab es jedoch Kritik.

Der Strukturprozess «KirchGemeindePlus» beschäftigt die reformierte Kirche im Kanton Zürich schon seit über zehn Jahren. Ziel des 2012 initiierten Vorhabens war, die Kirchgemeinden fit zu machen für Herausforderungen wie Mitgliederschwund, sinkende Steuereinnahmen oder mangelnde personelle Ressourcen. Im Zentrum standen Fusionen und in zweiter Linie andere Formen von Kooperation zwischen den Gemeinden.

Nun hat der Kirchenrat der Synode den abschliessenden Bericht zu «KirchGemeindePlus» präsentiert. Dabei seien die finanziellen Aspekte des Prozesses sowie die Kommentare des Kirchenrates grundsätzlich auf Zustimmung gestossen, heisst es in einer Mitteilung der Zürcher Kirche.

Inhaltlich stiess der Bericht jedoch auf Ablehnung. Die vorberatende Kommission vermisste demnach eine eigenständige Positionierung des Kirchenrates: «Es fehlt eine kirchenpolitische und ekklesiologische Analyse des ganzen Prozesses durch den Kirchenrat, es ist darum kein wirklicher Schlussbericht», wird Kommissionspräsident Peter Schmid zitiert.

Mehrere Synodale forderten zudem eine theologische Reflexion über die Identität als Kirche. Kirchenrätin Margrit Hugentobler wies darauf hin, dass eine solche in den neuen Legislaturzielen erfolge. Dennoch folgte die Mehrheit des Kirchenparlamentes der Kommission und lehnte den gesamten Bericht in der Schlussabstimmung mit 60 zu 41 Stimmen ab.

Wie Nicolas Mori, Leiter Kommunikation bei der Zürcher Kirche, auf Anfrage von ref.ch sagt, ist derzeit noch unklar, ob der Kirchenrat den Bericht überarbeitet und ob das Geschäft nochmals traktandiert wird. Der Kirchenrat werde das Thema voraussichtlich in den kommenden Sitzungen besprechen. (vbu)