Zürcher Justiz kann Zypern wichtiges Kulturgut übergeben
Die Ikone mit dem Namen «Thronender Pantokrator» gilt in Zypern als wichtiges nationales Kulturgut. Lange war das Heiligenbild aber verschollen. In einem Zürcher Auktionshaus sollte es schliesslich versteigert werden – bis die Behörden eingriffen. Nun kehrt das Kunstwerk endlich an seinen Herkunftsort zurück.
Die Zücher Justizbehörden haben das Kunstwerk aus dem 15. Jahrhundert demnach an ihre rechtmässigen Besitzer auf Zypern zurückgegeben, wie die Kantonspolizei Zürich am 12. Juli mitteilte.
Gemäss Angaben der zypriotischen Behörden war die Ikone bis im August 1974 Bestandteil einer hölzernen Ikonostase einer byzantinischen Kirche im Norden des Landes. Während des Zypernkonfliktes im Jahr 1974 verschwand sie jedoch – und landete schliesslich in einem Zürcher Auktionshaus.
Die Besitzerin wollte das Heiligenbild dort verkaufen. Wie die Kantonspolizei weiter schreibt, gibt es dabei aber keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten. Die Frau hatte die Ikone im Rahmen einer Erbschaft «gutgläubig erworben».
Sie habe glaubhaft darlegen können, dass sie von der Herkunft der Ikone nichts gewusst habe. Die Besitzerin und die Kirche von Zypern einigten sich schliesslich darauf, dass die Frau das Bild zurückgibt und der «Thronende Pantokrator» zurück nach Zypern kommt.
Basis für das Vorgehen der Zürcher Strafverfolgungsbehörden waren europäische Rechtshilfe-Übereinkommen sowie Unesco-Konventionen und bilaterale Verträge zwischen der Schweiz und Zypern. (sda/no)