Rettungsaktionen

Zahlreiche Bootsmigranten im Mittelmeer vermisst

Beim Versuch, mit einem Schlauchboot von Tunesien aus die italienische Küste zu erreichen, sind voraussichtlich 23 Menschen ums Leben gekommen. Das Rettungsschiff «Open Arms» barg derweil 146 Flüchtlinge aus der stürmischen See.

Nach einem Bootsunglück zwischen Lampedusa und der tunesischen Küste sind ein Toter geborgen und 25 Überlebende gerettet worden. Wie der italienische Rundfunk am Sonntag, 14. Februar, berichtete, wurden 22 weitere Menschen vermisst, die mit dem Boot am Freitag vom tunesischen Sfax aus gestartet waren. Die tunesische Marine, die den Rettungseinsatz koordinierte, unterbrach die Suche nach den Vermissten in der Nacht auf Sonntag wegen schlechter Wetterbedingungen.

Rettung bei hohem Wellengang

Die Crew des spanischen Rettungsschiffs «Open Arms» darf derweil nach eigenen Angaben 146 gerettete Bootsmigranten nach Sizilien bringen. Die Behörden hätten dem Schiff den italienischen Hafen Porto Empedocle bei Agrigent zugewiesen. Die Mannschaft habe die Menschen in mehreren Einsätzen am Wochenende im Mittelmeer bei teils meterhohen Wellen aus kleinen libyschen Booten geborgen, teilte die private Organisation am Sonntag auf Twitter mit.

In der Regel kommen viele gerettete Bootsflüchtlinge zunächst in italienische Häfen, manche auch nach Malta. In Libyen herrscht seit Jahren Bürgerkrieg, seit Monaten ruhen aber die Waffen. Es ist ein zentrales nordafrikanisches Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa. Die privaten Rettungsaktionen für Migranten sind politisch umstritten. (sda/epd/no)