«Ocean Viking» bringt mehr als 420 Geflüchtete nach Sizilien
Die italienischen Behörden haben dem privaten Rettungsschiff «Ocean Viking» gestattet, in dem sizilianischen Hafen Augusta nördlich von Syrakus anzulegen. An Bord des Schiffes befinden sich 422 aus Seenot gerettete Migrantinnen und Migranten, wie die Betreiberorganisation SOS Méditerranée am Sonntag mitteilte.
Die «Ocean Viking» hatte die Menschen in der vergangenen Woche an zwei Tagen bei mehreren Einsätzen aus Booten vor Libyen aufgenommen. Am Samstag waren bereits zwei Personen wegen ernster Gesundheitsprobleme abgeholt und mit einem Militärhubschrauber nach Malta geflogen worden, wie SOS Méditerranée berichtete. Die Lage auf dem Schiff habe sich durch Enge und schlechtes Wetter weiter verschärft. Zudem seien acht Gerettete bei Schnelltests positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein Teil der Bootsmigranten kommt den Angaben zufolge aus der Elfenbeinküste, aus Mali und dem Sudan.
Gefährliche Überfahrt
In Libyen herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Das Land hat sich zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Migrantinnen auf dem Weg von Afrika nach Europa entwickelt. Die Fahrten in kleinen Booten übers Mittelmeer gelten als sehr gefährlich. Die privaten Rettungsaktionen für Migranten sind politisch umstritten. (sda/no)