Laut der Verfügung der Bildungsdirektion soll die administrative Leitung des islamischen Kindergartens in Volketswil in den Händen einer Person liegen, die Mitglied des Vereins Islamischer Zentralrat Schweiz (IZRS) ist. Die Bildungsdirektion erachtet diese Nähe der Trägerschaft der Schule zu einer ideellen Vereinigung als problematisch. Es müsse davon ausgegangen werden, «dass der Kindergartenunterricht sich einer sehr spezifischen Interpretation islamischer Traditionen verpflichtet.» Dies sei mit den Leitsätzen der Volksschule – wie Toleranz, Offenheit, Dialogfähigkeit – nicht vereinbar.
Die GMS stellt in ihrer Mitteilung klar, dass sie den Entscheid grundsätzlich nicht anzweifelt, jedoch zu bedenken geben möchte, dass in der öffentlichen Diskussion eine Ablehnung gegen solche Institutionen besteht, die «weit über den konkreten Fall hinausgreift».
Zahlreiche private religiöse Schulen
Dabei gebe es im Kanton zahlreiche religiöse Privatschulen, seien dies evangelische, katholische oder jüdische. Diese Schulen seien öffentlich-rechtlich anerkannt. Die Anerkennung der muslimischen Gemeinschaften werde noch eine gewisse Zeit brauchen, aber auch sie müsse erfolgen, «es ist ein Gebot der Gleichberechtigung», schreibt die Organisation weiter. «Vielleicht braucht der Staat diese Schulen nicht, aber die religiös-kulturellen Gemeinschaften brauchen sie. Und sie haben ein Recht darauf», heisst es weiter. Die Schweiz sei kein laizistischer Staat, «in dem die Kirche und die grossen religiösen Gemeinschaften durch einen unüberwindbaren Graben vom Staat getrennt sind».
Unverständnis über Urteil
Der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), Herbert Winter, äusserte sein Unverständnis über das Nein der Bildungsdirektion zum islamischen Kindergarten in Volketswil. Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachverbände und ebenfalls des Schweizer Rats der Religionen, hatte sich im Vorfeld grundsätzlich positiv zum Projekt des islamischen Kindergartens geäussert.
Das Volksschulamt des Kantons Zürich möchte derweil alle religiösen Kindergärten und Privatschulen im Kanton überprüfen, wie es im Mai gegenüber dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen von Radio SRF 1 sagte. Der Kanton habe diesbezüglich sieben Privatschulen in jüdisch-orthodoxer Trägerschaft in Zürich kontaktiert, hiess es damals.