Migration
Weltkirchenrat kritisiert schärfere EU-Asylpolitik
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) zeigt sich besorgt über die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Union in der Migrationspolitik. Generalsekretär Jerry Pillay fordert nun die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, ihr Engagement für den Schutz von Flüchtlingen und Migranten zu bekräftigen, internationale Rechtsstandards einzuhalten und politischen Narrativen entgegenzutreten, die auf Angst und Spaltung setzten.
Das Europäische Parlament hatte Mitte Juni eine deutliche Verschärfung der EU-Abschieberegeln beschlossen. Damit wurde der Weg für sogenannte Return Hubs frei gemacht.
In diesen Rückführungszentren ausserhalb der EU sollen Menschen ohne Aufenthaltsrecht untergebracht werden, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können. Wo solche Zentren entstehen könnten, ist bislang offen.
Pillay ruft die Kirchen in Europa und darüber hinaus dazu auf, Migranten und Flüchtlinge weiterhin praktisch zu unterstützen und sich für eine Politik einzusetzen, die auf Menschenwürde statt auf Ausgrenzung beruhe.
Die Integrität einer Gesellschaft messe sich nicht daran, wie wirksam sie Schutzbedürftige ausschliesse, sondern wie konsequent sie diese schütze, sagte Pillay am ÖRK-Hauptsitz in Genf.
Der Weltkirchenrat vereint mehr als 350 Mitgliedskirchen in über 120 Ländern. Die katholische Kirche gehört ihm nicht an, arbeitet aber mit dem ÖRK zusammen. (epd/ hz)