Bangladesch

Schauspielerin bei Filmfestival in Venedig angegriffen

Die bangladeschische Schauspielerin Azmeri Haque Badhon ist während ihres Aufenthalts beim Filmfestival von Venedig angegriffen worden. Sie spielt in einem Film, der auch Chancen auf einen protestantischen Filmpreis hat.

Die bangladesische Schauspielerin Azmeri Haque Badhon ist in Mestre bei Venedig von mehreren Landsleuten beschimpft und körperlich angegriffen worden. Das berichten italienische Medien, darunter die italienische evangelische Nachrichtenagentur (NEV). Der Angriff ist auf einem Video des Nachrichtenportals «Il Gazettino» zu sehen.

Hinter dem Angriff steht offenbar ein politischer Konflikt. Schauspielerin Badhon war Teil der prodemokratischen Protestbewegung vom Sommer 2024, die zum Sturz der autoritären Regierung von Sheikh Hasina führte. Dabei starben mehrere hundert Menschen, es waren die blutigsten Auseinandersetzungen seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1971.

Nach Angaben von NEV forderten die Angreifer Badhon während der Attacke auf, den mit der früheren Regierungspartei Awami League verbundenen Slogan «Joy Bangla, Joy Bangabandhu» zu wiederholen.

Badhon ist in Venedig, weil sie zum Ensemble von «The Difficult Bride» der bangladeschischen Regisseurin Rubaiyat Hossain gehört. Der Film läuft beim 83. Filmfestival in der Sektion Orizzonti. Er gehört zugleich zu den Filmen, die von der Jury der protestantischen Filmorganisation Interfilm beurteilt werden. Diese verurteilte den Angriff gegenüber NEV ausdrücklich.

Sie vergibt in Venedig einen Preis an Filme die Verständnis, Respekt und Frieden zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Geschichte und Religion fördern. Präsidentin der diesjährigen Jury ist Pascale Huber. Sie ist Geschäftsführerin der Reformierten Medien, zu denen unter anderem das Onlineportal ref.ch gehört. (gab)

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