Krieg im Nahen Osten
USA und Iran greifen sich in Golfregion an
Es waren nicht die ersten gegenseitigen Angriffe seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April, aber mit jeder neuen Attacke steigt die Furcht vor einer erneuten Eskalation des Kriegs zwischen Iran und den USA.
Das US-Militär wehrte Angriffe des Irans auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain nach eigenen Angaben erfolgreich ab. Mehrere ballistische Raketen und Drohnen seien abgefangen worden, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf X mit. Als Reaktion habe man zudem «Selbstverteidigungsschläge» auf Qeschm durchgeführt.
Kurz darauf wehrte das US-Militär nach eigenen Angaben eine weitere «Welle iranischer Drohnen» ab, die Einrichtungen des US-Militärs in Kuwait zum Ziel hatten. Die Angaben des US-Militärs zu den Ereignissen der Nacht liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums von Kuwait sprach von mehreren Verletzten am Flughafen der Hauptstadt. Die Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, dass alle für heute geplanten Flüge ausgesetzt oder an andere Flughäfen umgeleitet worden seien.
Iran meldet Vergeltung nach US-Angriff auf Öltanker
Grund für den jüngsten gegenseitigen Beschuss schien ein Einsatz des US-Militärs vom Dienstag gewesen zu sein. Die amerikanischen Streitkräfte hatten vor der für Irans Ölexport wichtigen Insel Charg nach eigenen Angaben einen unbeladenen Öltanker angegriffen. Dieser soll versucht haben, trotz der US-Blockade einen iranischen Hafen anzulaufen. Das Schiff habe Warnungen ignoriert und sei letztlich mit einer Rakete ausser Gefecht gesetzt worden, hiess es.
Ein iranischer Militärsprecher bestätigte auf der Plattform X Vergeltungsschläge durch die Revolutionsgarden, der Elitestreitmacht der Islamischen Republik. Man habe gewarnt, «dass jede Aggression eine andere und entschiedenere Reaktion nach sich ziehen würde, und wir haben diese auch umgesetzt. Diese Reaktionen sollten eine Lehre sein», hiess es.
Trump: Gespräche mit Teheran laufen weiter
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag bekräftigt, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran andauern. «Fake-News-Berichte, wonach die Islamische Republik Iran und die USA vor einigen Tagen die Gespräche eingestellt hätten, sind falsch und irreführend», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Die Gespräche liefen ununterbrochen weiter. «Wohin sie führen, weiss man nie», schrieb Trump weiter. Aber er habe dem Iran gesagt, es sei an der Zeit, «auf die eine oder andere Weise einen Deal abzuschliessen».
Vor Trumps Post hatten iranische Nachrichtenagenturen berichtet, seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt. Dies wegen des andauernden Kriegs Israels gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon.
Am Montag hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. Am Mittwoch sollen die politischen Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanons in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden. Libanons Regierung ist selbst keine Konfliktpartei. Die Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel aber ab. (dpa/ sda/ gab)