Krieg im Nahen Osten

Trump lehnt Irans Angebot ab

Die USA und der Iran kommen bei ihren Bemühungen um ein Ende des Kriegs nicht voran. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die jüngste Antwort des Irans auf den US-Vorschlag für eine diplomatische Lösung des Konflikts als «völlig inakzeptabel».

Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: «Ich habe gerade die Antwort der sogenannten Vertreter des Irans gelesen. Das gefällt mir nicht – VÖLLIG INAKZEPTABEL». Dem Nachrichtenportal Axios sagte er, er werde Irans unangemessene Replik zurückweisen. «Ich mag ihre Antwort nicht», sagte Trump, ohne auf den Inhalt des Briefes einzugehen. Er liess offen, ob er die Verhandlungen fortsetzen will.

Iranische Staatsmedien bewerteten den US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs hingegen als Aufforderung zur Kapitulation Teherans. Eine Annahme hätte die Unterwerfung der Islamischen Republik unter die «überzogenen Forderungen» von Trump bedeutet, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan, dass ein Ende des Kriegs an allen Fronten nötig sei und die USA Kriegsreparationen zahlen müssten.

Ende der Sanktionen gefordert

Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die Strasse von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Keine Rolle spielte in der Antwort demnach der Streit über das iranische Atomprogramm. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine informierte Quelle, der zufolge Trumps Reaktion keinerlei Bedeutung habe. Niemand im Iran verfasse Vorschläge, um Trump zu gefallen.

Am Sonntag hatte der Iran eine Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Kriegs an den Vermittler Pakistan weitergegeben. Die iranische Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prüfe einen Vorschlag aus den USA. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden.

Diskutiert werden Medienberichten zufolge unter anderem eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Strasse von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden.

US-Senator plädiert für Kurswechsel

Unterstützung für einen härteren Kurs gegenüber Teheran erhielt Trump vom einflussreichen US-Senator Lindsey Graham. Der Republikaner schrieb auf X, angesichts der anhaltenden Attacken Irans auf die internationale Schifffahrt und Verbündete der USA im Nahen Osten sei es an der Zeit, die Vorgehensweise zu ändern: «Projekt Freiheit Plus» klinge im Moment «ziemlich gut».

Am vergangenen Montag hatten die USA das «Projekt Freiheit» gestartet, um die weitgehend blockierte Strasse von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Doch nur rund einen Tag später kündigt Trump überraschend an, den Einsatz «für kurze Zeit» auszusetzen.

Streitpunkt Atomprogramm

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht den Krieg als noch nicht beendet an. «Er ist noch nicht vorbei, denn es gibt immer noch Nuklearmaterial, angereichertes Uran, das aus dem Iran entfernt werden muss», sagte er dem US-Sender CBS. Es müssten auch noch Uran-Anreicherungsanlagen demontiert werden.

Trump zeigte sich zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten «irgendwann» das angereicherte Uran des Irans sichern würden. «Wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen», sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Sendung Full Measure. Das Material stehe «unter Beobachtung» der USA, sagte Trump. «Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen.» (sda/ no)

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