Unicef
Millionen Kinder sterben an vermeidbaren Ursachen
Das Hilfswerk Unicef schlägt Alarm wegen der anhaltend hohen Kindersterblichkeit. Wie die Organisation in Genf mitteilte, starben im Jahr 2024 rund 4,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Darunter waren 2,3 Millionen Neugeborene.
Nach Einschätzung von Unicef hätte ein Grossteil dieser Todesfälle verhindert werden können. Einfache und kostengünstige Massnahmen wie Impfungen, bessere Ernährung und der Zugang zu medizinischer Versorgung könnten Millionen Kinderleben retten.
Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell fordert mehr Investitionen und politischen Einsatz. Mehr als 100'000 Kinder unter fünf Jahren seien 2024 an schwerer akuter Mangelernährung gestorben. Die tatsächliche Zahl liege höher, da indirekte Folgen oft nicht erfasst würden.
Mangelernährung schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko, an Infektionskrankheiten zu sterben. Häufig wird sie nicht als eigentliche Todesursache dokumentiert. Auch Neugeborene unter einem Monat sind in den Schätzungen nicht vollständig berücksichtigt.
Zu den Ländern mit besonders vielen Todesfällen infolge von Mangelernährung zählen Pakistan, Somalia und Sudan. Bei Neugeborenen sind Komplikationen durch Frühgeburten sowie Probleme während der Geburt die häufigsten Todesursachen.
Besonders betroffen sind fragile und konfliktgeprägte Staaten. Dort ist das Risiko für Kinder, vor ihrem fünften Geburtstag zu sterben, fast dreimal so hoch wie in stabileren Regionen. 58 Prozent aller Todesfälle unter fünf Jahren entfallen auf Länder in Afrika südlich der Sahara. (epd/ hz)