Vereinte Nationen
UN-Generalsekretär warnt vor Rückschritten im Kampf gegen Aids
Die Aids-Epidemie sei noch nicht überwunden, sagte UN-Generalsekretär António Guterres auf einem Aids-Gipfel der Vereinten Nationen in New York.
Nach Angaben des UN-Chefs starben im vergangenen Jahr rund 630’000 Menschen an den Folgen von Aids. Zudem hätten sich etwa 1,3 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert. Rund 9,2 Millionen Betroffene, vor allem in ärmeren Ländern, hätten keinen Zugang zu lebensverlängernden Medikamenten.
Guterres warnte vor den Folgen sinkender internationaler Finanzhilfen. Die Kürzungen schwächten wichtige Präventionsprogramme und erschwerten die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit. Gleichzeitig zwängen knappe Staatshaushalte und eine wachsende Schuldenlast viele Entwicklungsländer dazu, Mittel aus der HIV-Bekämpfung abzuziehen.
Die in Kenia tätige Medizinerin Marleen Temmerman verwies auf einen deutlichen Anstieg der HIV-Neuinfektionen im Nahen Osten und in Nordafrika. Zwischen 2010 und 2025 seien diese um 77 Prozent gestiegen. Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen, vor allem in Afrika südlich der Sahara.
Der zweitägige Aids-Gipfel der Vereinten Nationen soll mit einer politischen Erklärung enden, in der die Mitgliedstaaten ihren Willen zum weiteren Kampf gegen Aids bekräftigen. (epd/ hz)