UN-Expertin warnt vor steigender Gewalt gegen Kinder

Millionen Kinder sind während der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise von Gewalt und Ausbeutung bedroht. Nun schlägt die UN-Sonderberichterstatterin für den Handel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern Alarm.


«Der Schaden wird für Millionen Kinder verheerend sein, wenn wir Kinderschutzdienste für die Früherkennung und Vorbeugung zu langsam mobilisieren», teilte die UN-Sonderberichterstatterin für den Handel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern, Mama Fatima Singhateh, am 6. Mai in Genf mit. Es hätten schon vor der Corona-Krise zwischen 42 und 66 Millionen Minderjährige in prekären Situationen gelebt. Sie warnte davor, dass Millionen Kinder während der Quarantäne von Gewalt und Ausbeutung bedroht seien.

Lieferdienste für Missbrauch

Singhateh verlangte eine umfassende Untersuchung zur Lage der Bedürftigsten, darunter minderjährige Flüchtlinge, Vertriebene, Obdachlose, Migrantinnen und Migranten, Slumbewohner, Behinderte sowie Strassen- und Heimkinder.

Die Anwältin aus Gambia berichtete von neuen Formen der sexuellen Gewalt in Zeiten, in denen wegen der Coronavirus-Pandemie die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Es gebe so etwas wie Lieferdienste für den Missbrauch von Kindern. Einzelheiten, wo nach ihren Informationen solche Dienste existieren, nannte sie nicht. Auch sei der Zugriff auf illegale Pornoseiten im Internet, die Gewalt an Kindern zeigen, gestiegen. (sda/no)