Honduras

Mord an Umweltschützerin mit Geld von internationalen Banken finanziert

Vor fast zehn Jahren starb die honduranische Umweltschützerin Berta Cáceres. Nun beleuchtet ein Bericht die Hintergründe.

Der Mord an der Umweltschützerin Berta Cáceres in Honduras ist einem Untersuchungsbericht zufolge aus dem Geld internationaler Banken für ein Wasserkraftprojekt in Honduras finanziert worden. Zu diesem Schluss kommt fast zehn Jahre nach der Tat ein Team von Spezialisten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, das seinen 500-seitigen Abschlussbericht in der honduranischen Tegucigalpa präsentierte.

Darin wird dokumentiert, dass mehr als 12 Millionen der insgesamt 18,5 Millionen Dollar, die internationale Banken für das Wasserkraftprojekt bereitgestellt hatten, vom honduranischen Unternehmen DESA zur Finanzierung illegaler Überwachungsmassnahmen und der Ermordung der honduranischen Aktivistin abgezweigt wurden.

Die Planungsphase für das Projekt Agua Zarca auf indigenem Territorium finanzierten die Niederländische Entwicklungsbank (FMO) und die Zentralamerikanische Bank für wirtschaftliche Integration (BCIE).

Die Menschenrechtskommission enthüllte zudem, dass die Planung des Mordes an Berta Cáceres dem Staat Honduras seit dem 4. Januar 2016 bekannt war. Die Aktivistin, die zahlreiche Drohungen erhielt, wurde am 2. März 2016 in La Esperanza ermordet. Obwohl die Behörden von dem geplanten Attentat wussten, hätten sie es versäumt, das Leben der
Menschenrechtsaktivistin zu schützen, konstatiert die Menschenrechtskommission.

Berta Cáceres hatte sich zusammen mit ihrer indigenen Organisation COPINH zum Schutz des Fluss Gualcarque eingesetzt, der vom Volk der Lenca als heilig angesehen wird. Mehrere Verantwortliche für den Mord an Cáceres wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Geldgeber für das Wasserkraftprojekt zogen sich nach dem Mord zurück, der Bau scheiterte. (epd/ gab)

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