Landeskirche Uri

Umstrittene SEA-Mitgliedschaft

Bei ihrer Frühjahrsversammlung haben die Urner Reformierten mit Verspätung einen Pfarrer gewählt. Er ist schon seit eineinhalb Jahren im Amt. Zu reden gab die Mitgliedschaft bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz.

An der Frühjahrsversammlung der Evangelisch-reformierten Landeskirche Uri am 17. Mai kam die noch relativ neue Mitgliedschaft bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) aufs Tapet, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Im Herbst 2020 hatte es keinen Antrag gegen den Beitritt gegeben. Das Budget, das auch den Mitgliedsbeitrag für die SEA enthält, war damals genehmigt worden.

Nun aber gab es zwei Anträge, über die Mitgliedschaft abzustimmen. Kritiker stören sich daran, dass «in der SEA ein breites Spektrum vertreten ist, von Liberalen bis hin zu Erzkonservativen», so die «Luzerner Zeitung». Der Entscheid dazu wurde auf die Herbstversammlung vertagt, zuerst wird noch eine Informationsveranstaltung zur SEA durchgeführt. Die SEA ist ein Dachverband von rund 460 frei- und landeskirchlichen Gemeinden.

Wahl nach anderthalb Jahren

Weiter wurde Pfarrer Sandor Jakob mit deutlicher Mehrheit gewählt. Er ist schon seit Herbst 2019 im Amt, jedoch fand keine Wahl statt. Laut Statuten wäre dies zwingend, auf Antrag einer stimmberechtigten Person wurde die Wahl nun nachgeholt. Ausserdem ist eine weitere Pfarrstelle weiterhin vakant. Der Auswahlprozess laufe, aber der Stellenmarkt sei sehr ausgetrocknet, erklärte der Kirchenratspräsident Kurt Rohrer gegenüber der «Luzerner Zeitung».

Ein weiteres Thema war die Überarbeitung der Rechtsgrundlagen. Einige müssen neu erarbeitet werden, da sie bis jetzt fehlen. So soll bis zur Frühjahrsversammlung 2022 ein Finanz- und Entschädigungsreglement erstellt und das Spesenreglement überarbeitet werden.

Besseres Jahresergebnis als geplant

Die Jahresrechnung 2020 wurde von den Versammelten genehmigt, sie weist einen Ertragsüberschuss von rund 71'700 Franken aus. Das Ergebnis fällt damit besser aus als budgetiert, etwa weil gewisse Ausgaben während der Coronakrise nicht getätigt werden konnten. (mos)