Sie wurde als «Hitler-Glocke» in den Medien bekannt. Die 1934 gegossene Glocke mit der Inschrift «Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler» und einem Hakenkreuz im deutschen Herxheim am Berg. Sie soll nun hängen bleiben und auch wieder läuten, wie der dortige Ortsgemeinderat am 26. Februar beschloss. Mit zehn Ja- und drei Nein-Stimmen folgte das Gremium damit den Empfehlungen von Birgit Müller, der Glockensachverständigen der pfälzischen Landeskirche.
Akustisches Denkmal
Laut Gutachten ist die Glocke sowohl ein zeitliches Dokument als auch ein Klangdokument und steht unter Denkmalschutz. Im öffentlichen Interesse bedürften auch unbequeme Denkmäler Schutz und Pflege, erklärte die Sachverständige weiter. Zuallererst sei die Glocke, die der Ortsgemeinde gehört, ein Musikinstrument, das seit 84 Jahren zum Dorf gehöre und damit ein akustisches Denkmal sei. Die problematische Inschrift und Symbolik bewirke, dass die Glocke ein Mahnmal gegen das Vergessen sei.
Laut Gesetz dürfe die Glocke weder verkauft noch eingeschmolzen werden, stellte das Gutachten fest. Einzige Alternative zum Verbleib im Kirchturm sei eine Entsorgung in einem Museum. Die Glocke nur für Sonderausstellungen aus dem Depot eines Museumskellers hervorzuholen, sei jedoch eine Flucht vor einer angemessenen und aufgeklärten Erinnerungskultur. (epd/bat)